Kultur/Medien | 30.07.01 | www.DiePresse.at
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Unter dem Schirm des Regenbogens

Das Künstlerhaus mixt in seinem Obergeschoß Werküberblicke der Architekten Albert Wimmer und Heidulf Gerngross mit Waltraut Coopers Regenbogen-Projekt unter dem Titel "Liquid".

Im Rahmen eines als "interdisziplinär" gedachten Dreier-Projekts fungiert Albert Wimmer als der Einladende. Und zwar als "Intellektueller in technischem Milieu", der die Grenzen der Architektur zu überschreiten versucht. Bekannt geworden ist er vor allem durch das Kraftwerk Freudenau und das neue Tivoli-Stadion in Innsbruck.
Seiner etwas wuchtigen Werkbilanz steht jene von Heidulf Gerngross gegenüber, der in diesem Jahr ein Hochhaus in Wladiwostok errichtet hat. Da er Raum im übrigen als "knetbare Masse" versteht, wirkt sein Placement entsprechend vielschichtig, aber auch verspielt. Verbindungsachsen sind schwer zu erkennen - aber für diese sollte doch auch und vor allem Waltraut Cooper sorgen. Sie tat es insofern, als sie Lichtquadrate ins Dokumentierte einschleuste, Ruhepole setzte, andererseits ins Architektenwerk auch Bewegung brachte. In erster Linie dachte sie aber wohl daran, sich nicht in den Hintergrund drängen zu lassen und mehr als bloß eine "Klammer" zu bilden.
Ihr Thema ist seit einigen Jahren der Regenbogen als Zeichen einer Verbindung zwischen Zeiten, Orten und Menschen, als Hinweis auf Vergangenheiten sowie Zukünftiges. An zahlreichen Orten ist sie mit ihren computergenerierten Licht- und Klanginstallationen aufgetreten. Dabei schöpfte sie aus den Möglichkeiten einer von ihr entwickelten "digitalen Poesie", wie im Fall des "Geistesblitzes" in der Grazer Karl-Franzens-Universität. Oder eben aus der Regenbogen-Serie, wie in einer der jüngsten Installationen für eine Linzer Wohnhausanlage.
Waltraut Cooper ist der seltene Fall, dem es ein mathematisch-physikalisches Wissen ermöglicht, "malerische" Wirkungen mittels technischer Erfindungskraft zu erzeugen. Der Farbbogen in seinen Varianten und wechselnden Anwendungsmöglichkeiten bis zur "Geometrie des Wissens" für das Wiener Stadtschulratsgebäude beinhaltet jedoch stets auch Coopers Botschaft.
Anläßlich der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr setzte sie einen ersten Schritt zur Verwirklichung ihrer "Zukunftsmomente". Einen Bogen von Farbe und Licht denkt sie sich als europaumspannend im kommenden Jahr aus - weltweit soll er 2005 realisiert werden. Die Videoinstallation vor dem von ihr bestimmten Treppenaufgang im Künstlerhaus gibt entsprechende Hinweise auf ein beharrlich vorangetriebenes Großprojekt.
Bis 5. August, tägl. 10-18 Uhr.

© Die Presse | Wien
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