Alles klingt banal, wenn es zu genau ausgesprochen ist, steht sinngemäß auf einem ihrer Tableaus, die starr vor sich oder leer zum Betrachter hinblickende isolierte Allerweltsjugendliche vor Sofalandschaften oder Tankstellen in blassen Farben abbilden. Nach Fast-Food-Inneneinrichtungen und Fitnessstudios, Errungenschaften der "zivilisierten Welt", sampelt das Künstlerpaar Fertigteilhäuser à la Blaue Lagune. Die Inszenierung spricht für sich. Durch die gelbe Wand mit orangerosa Fensterläden, die sich bis in den eingezogenen Galeriestock zieht, betritt man ein weiteres künstliches Reich: "Lost in the savage wilderness of civil life".
Vor Fassaden genormter Identität posieren auf lebensgroßen, malerischen Fotos
überaus nicht "perfekte" oder gestylte Jugendliche, die laut M/R u. a. gewählt
werden, da sie noch keine Identität besitzen. Wenn man dabei den
"post-poststrukturalistischen Subjektbegriff" bemüht, ist das eine eigene Sache.
Schlau setzen die Künstler Eigenzitate ins Foto, in Form von M/R-Motiven auf den
T-Shirts der Protagonisten. Ein weiterer Schritt der ziemlich spannenden
heimischen Kulturarbeiter. (dok)
(DER STANDARD, Printausgabe vom 17.
September 2001)
Quelle: © derStandard.at