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Neuerlicher Wassereinbruch in Albertina-Depot

09.07.2009 | 22:29 |  (Die Presse)

600 Liter drangen neben Ersatzdepot ein. Für Kunstwerke bestand keine Gefahr. Doch die Angst vor „Seen“ am Areal wächsts.

Wien (uw/APA). Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder kommt nicht zur Ruhe. Denn: Schon wieder ist etwas passiert. Wie erst Donnerstagnachmittag bekannt wurde, drangen vergangenen Dienstag – einige Tage nach dem Wassereinbruch im Tiefspeicher – 600 Liter Wasser neben der als Ersatzdepot genutzten Basteihalle ein. „Jetzt“, sagt Schröder, „ist wirklich Feuer bzw. Wasser am Dach.“

Konkret handelt es sich um den Raum unterhalb der Stiege Richtung Goethegasse, in dem die Burghauptmannschaft die Brandschutzzentrale untergebracht hat. Der Raum ist etwa 70 Meter von Stellen der ersten Wasserschäden entfernt und die Ursache war laut Burghauptmann Wolfgang Beer eine andere: nämlich die Verlegung eines Kabels für den Traforaum: „Wahrscheinlich wurde die Öffnung zur Straße nicht ausreichend abgedichtet und Regenwasser ist eingetreten.“ Aber das, sagt Schröder, erklärt nur den Weg des Wassers, nicht woher die 600 Liter plötzlich kamen, denn so viel habe es zuletzt nicht geregnet: „Offenbar haben sich auf dem Gelände riesige Seen gebildet“, so der Direktor. Wo oder warum, konnte man bisher nicht feststellen. Mit der Burghauptmannschaft sei ausgemacht, weitere Stellen auf der Basteioberfläche zu öffnen und zu untersuchen, so Schröder.

Gremium soll entscheiden

Glück im Unglück – ebenfalls schon wieder: Kunstwerke waren bei dem neuerlichen Wassereinbruch „nie in Gefahr“, sagt Beer. Und das, obwohl nebenan – bloß 35 cm Betonwand weiter – in der Basteihalle derzeit viele Werke aus dem Speicher lagern. Doch der Wassereintritt habe sich, erklärt der Burghauptmann, unter dem Niveau der Basteihalle ereignet. Trotzdem will Schröder jetzt bis auf wenige Stücke die gesamte Sammlung (fast eine Mio. Werke) außerhalb der Albertina lagern. Die Entscheidung will er nicht allein fällen. Er hat das Kulturministerium um die Einsetzung eines Gremiums gebeten. Relevant für die komplette Auslagerung könnte auch sein, dass eines  der hausinternen Depots aus „Sicherheitsmängeln, auf die ich aus Sicherheitsgründen nicht eingehen darf“ (Schröder) nicht genutzt werden kann.

Transport unter Polizeischutz

Das große Ersatzdepot, irgendwo in Wien, steht aber ohnehin bereit. Von Gutachtern wurde es inzwischen für in Ordnung befunden, bis Ende Juli sollen die Adaptierungen abgeschlossen sein. Dann werden die Kunstwerke unter Polizeischutz überstellt. Bis dahin droht laut Schröder keine akute Schimmelgefahr: Man habe die Luftfeuchtigkeit in den Lagerräumen derzeit im Griff.

Was aber passiert mit der Albertina? Die Zeit läuft – nicht nur für die noch ergebnislose Ursachensuche. Auch der Tiefenspeicher muss instandgesetzt werden. Dienstag nächster Woche sollen bei einem „Gipfel“ bis zu 18 Fachleute über Lösungen beraten. Im Raum steht die Errichtung eines zusätzlichen wasserdichten Dachs im Depot. Wie viel all das – Auslagerung, Sanierung etc. – kosten wird, will Schröder nicht schätzen. Wer zahlt, sei ihm letztlich egal: „Es gibt ja auch den Katastrophenfonds des Wirtschaftsministeriums.“ Sicher sei nur: „Wir müssen auch zurück in die Albertina – auch wenn wir alle gerade das Gefühl haben hier von einem Notstand in den anderen zu taumeln.“


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