Überschreitung der Grenzen
Erotik. Sexualität und Erotik sind Elemente der aktuellen Ausstellung im Fotohof. Zwei Künstler begegnen den Themen auf völlig differente Weise.
heinz Bayer salzburg (SN). Eine klassische Schwarzweiß-Reportage auf der einen Seite und die Selbstbetrachtung des geschundenen eigenen Körpers andererseits: Es sind zwei unterschiedliche Zugänge, mit denen sich der Linzer Fotograf Miklos Boros und die Wiener Fotografin Heidi Harsieber den Bereichen Sexualität und Erotik nähern.
Boros, als Kind mit den Eltern aus Ungarn geflüchtet, traf in der neuen Heimat Linz eine Bekannte aus alten Zeiten: Edit. Die dreifache Mutter arbeitet im Zweitberuf als Prostituierte. Zwei Jahre tauchte Boros mit seiner Kamera in das Doppelleben von Edit ein. Es entstanden Bilder, die ungeschönt das Leben einer Immigrantin spiegeln, die alles für die Familie tut, um deren wirtschaftliches Überleben zu sichern. Sie überschreitet dabei eigene Grenzen und stellte moralisierende Normen einer bürgerlichen Welt zur Disposition.
Konfrontiert mit der Diagnose Brustkrebs setzte sich Heidi Harsieber mit der eigenen gequälten Seele, mit Verletzlichkeit, dem kranken Körper, der plötzlich zum Gefängnis wird, und mit Verlangen, Würde und Alter auseinander.Die Arbeiten beider Künstler sind bis 27. 2. im Fotohof zu sehen (Mo–Fr., 15–19 h; Sa., 10–13 h).
