
Mo,
30.7.2001
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"Wir haben alle gute Kontakte
geknüpft"
Erste
Kunstmesse "art bodensee" erfolgreich gelaufen - Termin für
Fortsetzung schon fixiert
Dornbirn (VN-cd) Gestern Abend, kurz
vor Schließung der "art bodensee", der ersten Kunstmesse in
Vorarlberg, waren die Stände noch rege frequentiert. 5000 Besucher
hatte man erwartet und so viele haben auf jeden Fall die Kassa
passiert. Nicht alle mit der Absicht, hier etwas zu kaufen, aber die
Galeristen bekundeten ihre Zufriedenheit immerhin damit, dass es
reichlich Anmeldungen für die Fortsetzung gibt.
Die "art bodensee", gibt die Dornbirner Messe
Gesellschaft bekannt, wird im Jahr 2002 vom 26. bis 28. Juli
stattfinden.
Bei der Abschlussbesprechung sei sowohl die hohe Qualität als
auch das enorme Potenzial dieser neuen Kunst-Plattform einhellig
bestätigt worden. Erfreut habe auch ein hoher Anteil an
ausländischen Gästen. Über ein Drittel der Kunstinteressierten
reisten aus Deutschland und der Schweiz an.
Der Wiener Galerist Manfred Lang hob im Gespräch mit den "VN"
hervor, dass es gute Publikums- und Medienreaktionen gegeben habe.
"Wir haben alle gute Kontakte geknüpft." Es sei ein ganz normaler
Zustand, so Lang, dass bei einer Startmesse die konkreten Verkäufe
noch etwas zu wünschen übrig lassen. "Es gab eine Anzahl von Leuten,
die gedacht haben, dass das eine Ausstellung und keine Messe ist.
Das liegt aber auch daran, dass einige unserer Kollegen die Arbeiten
nicht ausgepreist haben."
Ein Maßstab für den positiven Verlauf der Messe sei es, dass es
schon zahlreiche Rückmeldungen gibt, also Anmeldungen von Galeristen
für das nächste Jahr. Die Besucherstruktur bewerteten die Aussteller
immerhin mit der Note gut.
Machismus in Vorarlberg
Am
Freitagabend wurde im Rahmen der "art bodensee" der Internationale
Kunstpreis des Landes Vorarlberg an die aus Vorarlberg stammende
Medienkünstlerin Ruth Schnell verliehen.
Laudator Karlheinz Pichler hob hervor, dass damit
erstmals eine künstlerische Position herausgehoben wird, die sich
werk- und materialstrategisch ausschließlich auf die Medien Video
und Computer abstützt. Er unterstrich, dass das Land den
respektablen Preis erst zum zweiten Mal einer nichtmännlichen
Kunstschaffenden überreicht und bezog sich auch auf den
feministischen Gehalt der Kunst der Preisträgerin, der sich noch
stärker zeigen würde, wenn Ruth Schnell nicht in Wien, sondern hier
tätig wäre, wo ihr generell ein Machismus entgegenschlage.
Ein Gedanke, der etwas in den Hintergrund trat, nachdem Pichler
die "lange Tradition in der Paktiererei" mit der Haiderpartei in
Vorarlberg anprangerte.
Mit der Wahl eines Partners, so Pichler, bekenne man sich auch zu
dessen Geisteshaltung. Der offizielle Teil der Preisverleihung war
nach dem Szenenapplaus für diese Bemerkung eher rasch beendet. Was
wenig Einfluss auf den legeren weiteren Verlauf des Abends hatte, an
dem auch Landeshauptmann Sausgruber (im Gegensatz zu einigen
Vertretern der FPÖ) unter anderem im regen Gespräch mit der
ausgezeichneten Künstlerin teilnahm.
Der Erfolg lässt sich auch damit belegen, dass sich
viele Kollegen bereits für das nächste Jahr angemeldet haben.
GALERIST MANFRED LANG
Die erste Kunstmesse war gut besucht. (Foto: Messe) |
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