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Hauptausgabe vom 10.05.2003 - Seite 009
LINZ: Arcotel eröffnet eigenen Skulpturengarten

Mehr Kunst an der Donau

VON IRENE JUDMAYER

Zimmer mit Blick auf Kunst gibt es im Linzer Arcotel auf der Donauseite schon länger: Das international besetzte Forum Metall an der Donau vornweg, das neue Kunstmuseum Lentos im linken Augenwinkel. Seit gestern hat das Hotel sogar seinen eigenen Skulpturengarten. Die Initiative dazu stammt vom Arcotel-Hausherrn Rinaldo Bartoli, die Konzipierung wurde in Zusammenarbeit mit Agneta Kreischer erarbeitet.

Ich gebe offen zu: Ich war überrascht. Überrascht von der qualitativen Hochwertigkeit. Denn allzu oft sind Einladungen zu sogenannten Kunst-Events von Gastronomie- und Tourismusbetrieben gespickt mit Banalitäten. Die in der Inflation der "ART"-Wortspiele mitschwimmende Bezeichnung "ARCOgARTen" ließ auch Schlimmes ahnen. Doch jede diesbezügliche Erwartungshaltung wurde erfreulicherweise enttäuscht.

Das Gestaltungsteam hat sich klugerweise auf eine knappe Auswahl reduziert: Vier nationale und internationale Künstler pro Jahr. Weiters loten die profilierten Bildhauer/Metallplastiker völlig unterschiedliche Positionen der skulpturalen Raumbewältigung aus. Da ist die sowohl formal zwingende als auch inhaltlich pointierte "Bogen-Harfe" vom Leondinger Josef Baier. Ihre Klaviersaiten schlagen auch den Bogen zum benachbarten Brucknerhaus. Da sind Makoto Miuras - trotz aller Monumentalität japanische Origami-Leichtigkeit vermittelnde - "Wächter der Zwillinge". Da öffnen sich die "Back Doors" vom Florentiner Paolo Morandi ineinander, demonstrieren in spannungsreich gesetzter Größensteigerung digitale Vernetzung. Und poetisch wirken die in eine transparente Drahtnetzfigur eingeschlossenen Terrakotta-Menschen Andrea Capuccis aus Modena, der damit ein sensibel formuliertes Symbol für innere Tiefe schuf.

Insgesamt ist dieser Arcotel-Skulpturengarten ein sehr stimmiger Beitrag zur sich stetig erweiternden Kunstmeile an der Donau. Erfreulich.

Über die Vernissage lesen Sie in "Fast privat" auf Seite 23 der Landesnachrichten.

Neue Metallplastiken beleben Linzer Donaupark Foto: Petuely


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