 |
|
 |
 |
|
| Landesgalerie: Prominente und
junge Fotokunst |
Voller Stolz zeigt das Linzer
Landesmuseum-Team Werke von Valie Export, die es in den
vergangenen Jahren gesammelt hat. Zu sehen sind vor allem
Fotoarbeiten in Schwarz-Weiß. Sie dokumentieren jene Bereiche,
mit denen die Linzerin seit den späten 60er-Jahren provozierte
- und berühmt wurde: aktionistische Performances, feministisch
orientierte Kunst, Auseinandersetzung mit gesellschaftlich
bedingten Bestimmtheiten des menschlichen Körpers. Vieles -
wie die Geburtenmadonna (entstanden 1976) - hat nicht an
Aktualität und Aussagekraft verloren. Neben lautstarker
Gesellschaftskritik bedient sich Export feiner Ironie, wie
beim Foto eines Oberschenkel-Strumpfhalter-Tattoos, zeigt auch
stille Fotokunst, wie bei einer genialen, neunteiligen
Zug-Fotocollage. Eine Videoinstallation der 63-jährigen
Medienkünstlerin ragt in den Raum. Im riesigen Objekt
"Windshields", bei dem sechs mit Fotofolie beklebte
Auto-Windschutzscheiben überlappen, hat sich die Linzerin
selbst verewigt. Export gelingt das Kunststück, in ihren
Arbeiten präsent zu sein, ohne sich als Person in den
Vordergrund zu drängen.
In zwei weiteren Räumen:
riesige Fotoarbeiten des 1971 in Attnang-Puchheim geborenen
Werner Schrödl. Im Gegensatz zu den gigantischen Formaten sind
seine Inhalte alltäglich, erinnern an "normale"
Schnappschüsse: Ein Mehrfamilienhaus, ein Bungalow, ein
malerischer See, Bäume. Erst bei genauerer Betrachtung
entdeckt man Besonderheiten: Von einer Veranda fließt Wasser,
eine Seifenblase schwebt über einer Mauer, ein Busch bauscht
sich unscharf. Für seine Kompositionen setzt und stellt
Schrödl auch bewusst Menschen ins Bild. Alle Effekte sind ohne
Computer entstanden und holen die Motive - teilweise - aus der
Banalität.
Landesgalerie, Valie Export bis 31. August,
Werner Schrödl bis 22. Juni.
OÖNachrichten vom
11.06.2003 |
| |
| |