Maßarbeit

Max Weilers Fresken in Bewegung.


Die mit Spannung erwartete Abnahme der denkmalgeschützten Max Weiler Wandmalereien ist am Montag am Innsbrucker Hauptbahnhof erfolgreich über die Bühne gegangen. Das erste von zwei insgesamt 104 Quadratmeter großen Bildern wurde an der Nordwand des Gebäudes in den Mittagsstunden abgenommen.

Dieses war der erste Streich...

©Bild: APA
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Im Zuge des Bahnhofneubaus wurde das Bild "in einem Stück umgeklappt". Das rund fünf Tonnen schwere Kunstwerk wurde mittels Kran abgenommen. Dabei habe es sich um "die technisch anspruchsvollste Arbeit" für die fünfzehn Experten des "Advanced Conservation Teams" unter der Leitung des Restaurators Peter Berzobohaty gehandelt, erklärte ein Sprecher der ÖBB. Die Übertragung auf transportable Träger sowie die Präsentation in einer neuen Bahnhofshalle wurde von der ÖBB mit Kosten in der Höhe von 4,3 Millionen Schilling beziffert.

...und der nächste folgt sogleich

Nachdem die Abnahme des nördlichen Wandbildes "problemlos" verlief, soll im September die Vorbereitung für die Südwand gestartet werden. Dieses Werk werde, nach der Abdeckung, voraussichtlich im Oktober "umgeklappt". Die beiden jeweils als Ganzes abgenommenen Kunstwerke werden anschließend aus der Halle entfernt, am Bahnhofsgelände zwischengelagert und später in die neue Bahnhofshalle integriert, erklärte die ÖBB die weitere Vorgangsweise. Vor der Dachfertigstellung sollen sie in der neuen Halle ihren Platz finden.

Kompliziertes Verfahren

Die besondere Herausforderung für das Restauratorenteam lag "im Kompromiss zwischen dem Anspruch an die Ästhetik des Werkes, das als Ganzes erhalten bleiben sollte und den daraus resultierenden technischen Anforderungen", betonte die ÖBB. Das aufwendige Verfahren sah in einem ersten Schritt die Sicherungsverklebung zum Schutz der Oberfläche mit Heißsiegelkleber vor. Dann erfolgte die Markierung des Umgebungsputzes, der erst nach Weilers künstlerischer Gestaltung angebracht worden war.

"Innsbrucks Geschichte" / ©Bild: APA

Handarbeit

Anfang Juli war ein Stahlrahmen mit dazwischen eingeklebten Leichtbauplatten im Abstand von zwei bis fünf Zentimetern vor die Wand gestellt worden. Der Zwischenraum war mit einem speziellen Klebeschaum von der Unterkante der Schalwand ausgehend ausgeschäumt worden. Daraufhin hatten die Restauratoren die Ziegelwand, von der Hinterseite bis zum eigentlichen Putz hin, vorsichtig händisch abgetragen. Dabei blieb nur mehr der rund zwei Zentimeter starke Putz im bemalten Bereich übrig, der - vergleichbar mit einem "Sandwichsystem" - von Schalung, Klebeschaum und Stahlrahmen gehalten wird.

Neue Präsentation

Für die künftige Präsentation sollen die Bilder einen umgebenden Putz in rein weißer Farbe erhalten. Die Idee dazu stammte vom Künstler selbst bzw. von seiner Frau Yvonne. Ab November 2001 soll der Abbruch und Neubau des Hauptbahnhofes Innsbruck im Rahmen der "ÖBB-Bahnhofsoffensive" stattfinden. Planmäßig sollen die Arbeiten im Jahr 2004 abgeschlossen sein. Das Investitionsvolumen für den Abbruch und Neubau beträgt 340 Millionen Schilling (Euro 24.708.763,62).

Link: ÖBB

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