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23.02.2002 - Ausstellung
ARTIKEL


Secession die Zweite: Schon lustig, wenn der Kassier der Künstlervereinigung der Secession in dieser einen Banküberfall zum Thema macht. Manfred Erjautz stellt in der Secession aus. Moneymaker nennt sich das Video, in dem er durch die Überwachungskamera einer Bank auf einen mit gezückter Waffe Geld fordernden Banditen blickt.

Am Pfeiler daneben lehnt ein Schußgerät. Ein Gewehr aus Lego, unterm Sturz aus Plexiglas, etwas schüchtern versteckt, aber dennoch präsent. Ums Eck läuft eine kleine Dia-Show: Ein Zimmer, ein Mann, eine Waffe, er macht einen Ausfallschritt, geht in Stellung, legt an, nimmt sein imaginäres Ziel ins Visier. Ein martialisches Waffen-Ballett.

Das Dia-Karussell macht beim Wechseln der Lichtbilder "Klick" dazu: Jeder Schuß ein sanfter Treffer? Zum Schluß wird der Schießwütige selbst erschossen und sinkt zu Boden.

Im Zentrum des luftig bespielten Hauptraumes hat die Decke ein Loch. Von oben, durch die gläserne Täfelung strahlt eine Peitschenlampe hindurch. Daneben ragt eine mächtige Neonschrift heraus und strahlt ein blitzeblaues "ME" auf den Boden. Das "ME" steht einerseits für die Initialen des Künstlers, soll aber auch, indem sich die Buchstaben als "WE" auf dem Boden spiegeln zwischen Individuum und Masse verhandeln. Kurz gesagt: "Das Ich projiziert selbst eine Gemeinschaft, die es zugleich überstrahlt" (Pressetext). Wer diese Intentionen von selbst erkennt, hat eigentlich schon gewonnen.

Poetisch irritierend: Die Glaswand, die in den Hinterausgang des Hauptraumes eingesetzt wurde und den Blick auf den Beserlpark dahinter öffnet. Ein Schneemann wartet im Gras auf Tauwetter. Vergeblich, er ist aus Marmor gehauen.

Die Wand daneben zeigt Erjautz als witzig-skurrilen Graphiker. Einige von der Decke hängende Großformate, schummrige unwirkliche Photographien von realen Räumen, ergänzen das kleine Erjautz-Festival. Ein hübsches Spiel mit der Irritation, ein raffiniertes Vazieren zwischen Fake und Wirklichkeit.

Freunden realer Stoffe, farbenfroh veredelt, bedruckt, sei die Präsentation der Arbeiten von Designerin Ursi Fürtler empfohlen. Ein Querschnitt ihres Werks von 1971 bis 2001 ist bis 2. März im Heiligenkreuzerhof zu sehen.



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