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vom 06.10.2007 - Seite 029
Sich mit Patrick Swayze dreckig tanzen

Ab ins Linzer Nordico! So lautet die Devise für all jene, denen auch die Fusion von Kunstgenuss und Amüsement gefällt. Beim Kunstuni-"Best Off" tritt der stärkste "Dirty Dancer" zwischen Scheibbs und Nebraska ebenso auf wie gute Bildkunst.

Von Irene Gunnesch

Stolz können wir sein auf unsere jungen Kunstschaffenden. Welch ungeheure Bandbreite sie bereits mit ihren ersten Arbeiten abdecken, lässt sich jetzt bis 14. Oktober bei der aktuellen Ausstellung des "Best Off" der Linzer Kunstuniversität auf zwei Etagen im Linzer Museum Nordico leicht und ausgesprochen animativ überprüfen.

Zunächst einmal: Das Nordico wäre mit seiner Neupositionierung auf die Präsentation regionaler Kunst wohl ein hervorragend geeignetes Pflaster für eine Ausstellung der "besten daneben"-Arbeiten von Absolventen und Absolventinnen unterschiedlicher Kunststudien in Linz.

Es könnte sogar ideal sein, wenn etwa die Kunstuni-Architekturklasse die Räume für die neuen Nordico-Präsentationen adaptieren würde und die historischen Säle eine für Gemälde, neue Medien, et cetera geeignete Beleuchtung bekommen.

Vierzig Arbeiten

Unter der künstlerischen Leitung von Andrea Pesendorfer haben Leo Schatzl, Sabine Bitter, Helmut Weber, David Moises, Katharina Struber und Wilhelm Schwind - alle renommiert im (internationalen) Kunstbetrieb und ehemalige Studierende der Kunstuni - vierzig repräsentative Arbeiten für die "Best Off"-Ausstellung ausgewählt.

Darunter finden sich pointierte Kuriosa ebenso wie erfrischend innovative Interpretationen von Bildkunst. Ein spektakulär schräger Beitrag ist etwa "The Dirty Dancing Lift Machine" von Agnes Miesenberger und Wolfgang Gratt. Ein überlebensgroßer Patrick Swayze als Hebefigurenautomat ist perfekte Persiflage auf die Film-Ikone der 1980er. Alle, die damals an Hebefiguren scheiterten, können jetzt "Anmut und Grazie" beweisen.

Neben doppelbödig-bösen Gemälden Haruko Maedas, die schon in der Galerie Feichtner Erfolge feierten, überzeugen als Maler: Clemens Wolf, der verlassene Industriedenkmäler in präzise reduzierter Form ästhetisiert, Philipp Hanich mit einer Art gemaltem Lebens-Kabarett und (neben anderen) die auf Holzbrettchen gemalten, seltsam uniformen Einfamilienhäuser von Helene Schober.

Weiters überraschen: ein regnender Regenschirm von Evelyn Kuntschner; auf Nähte reduzierte "Unterwäscheskelette" von Elisabeth Altenburg; Stephanie Molds in Guckkästen und Texte verpackte Feldstudien am lebenden Objekt, nämlich an Männern in Istanbul. Weiters Animationen, Installationen und Performances (Termine im Infokasten) sowie Johanna Kurz' Kochbuch über "Freestyler studentischen Brutzelns, machetenschwingende Kürbiszerstückler und blaubeerpflückende Feen".

Fazit insgesamt: Höchst sehenswert!

Städtebaulich Absurdes zeigt bei der "Best Off"-Schau im Nordico auch die Architektur-Gruppe "FLAUM". Foto: Wolf

best Off

Termine& Co.

Vom Live-Kochen bis zu wilden Aktionen reicht bei der Langen Nacht der Museen heute, 6. Oktober, ab 20.30 Uhr, die Veranstaltungspalette bei der Best-Off-Ausstellung im Linzer Nordico.

Morgen geht's im Moviemento (Dametzstraße 30) mit einem Kunstbrunch (12.30 Uhr) und einem Filmnachmittag (ab 14 Uhr) genauso auf- und anregend weiter.


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