Hauptausgabe vom 18.03.2002 - Seite 007
WIEN: Nach langen Jahren stellt der Linzer Zeichner Peter Kubovsky endlich wieder in Wien aus

Die Ölmalerei als Impulsgeber wieder entdeckt

VON WALTER BEYER

Seit die renommierte Galerie Würthle ihre Pforten schloss, hat Peter Kubovsky - und das ist nunmehr an die 16 Jahre her - nicht mehr in Wien ausgestellt. Jammerschade, handelt es sich bei ihm doch um einen der führenden österreichischen Grafiker und das seit Jahrzehnten.

Nun endlich zeigt die Galerie Kovacek und Zetter in der Stallburggasse 2 einen 45, zwischen 1968 und 2001 entstandene, Arbeiten umfassenden Werküberblick. Der Ausstellungstitel "Paris-Venedig-Prag, Stadtansichten" ist freilich irreführend, weil es in dieser Präsentation einige veritable Überraschungen zu entdecken gibt. Natürlich sind da die meisterhaften Tuschfederarbeiten, etwa des Linzer Domes, aber auch die brillanten Farbkreidezeichnungen von Santa Maria della Salute. Wahrzeichen, gegen die - wie Kubovsky weiß - ich noch immer meine prinzipiellen Einwände habe. Dann aber überrascht der Meister der Stadt- und Landschaftsansichten und das ist eine kleine Sensation: Mit fünf prächtigen weiblichen Akten, wie wir sie von seiner Hand seit Jahrzehnten nicht mehr kennen.

Noch bedeutungsvoller erscheint mir freilich die Wiederentdeckung der Ölmalerei. Natürlich wissen Insider, dass diese am Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit stand und die Neue Galerie der Stadt Linz einige sehr eindrucksvolle Zeugnisse hievon besitzt.

Dass aber just eine in dieser Technik gemalte Wachauer Landschaft, die erst im Vorjahr entstanden ist, zum herausragenden Exponat der vorliegenden Ausstellung wurde, das sollte den Künstler beflügeln, in dieser Richtung weiterzuarbeiten.

Kovacek & Zetter: bis 20. April, Öffnungszeiten Mo.-Fr., 10-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr; Preise von 1300 bis 6200 Euro


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