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ein Wasserzeichen stechen die glatzköpfigen Gesichter von Eva &
Adele als wiederkehrendes Logo aus den großformatigen Ölgemälden. „Rot.
Neue Malerei und Zeichnung“ heißt die Ausstellung im Lentos, bei der
sich das Berliner Künstlerpaar bis 1. Juni in das Zentrum seines
Schaffens stellt. Seit Anfang der 90er Jahre wirbelt das lebende
Kunstwerk Eva & Adele mit seinen Performances durch die
internationale Kunstwelt. In Überwindung gesellschaftlicher Grenzen
haben sich die beiden Künstler als gleichgeschlechtliches Paar neu
erfunden. Nachdem der Besucher bereits im Foyer auf eine Art
Vergangenheitsbewältigung des Duos getroffen ist, bei der ältere
Gemälde überpinselt und zu einem Minitempel montiert wurden, wird man
im Treppenhaus auf glänzenden Tafeln mit dem künstlerischen Credo des
Paares konfrontiert. Das „Goldene Manifest“ verkündet Statements
wie „Futuring“ oder „Wherever we are is museum“. Ganz unbescheiden
erweitern die Berliner den Museumsbegriff damit auf alle Orte ihres
Erscheinens und befreien sich gleichzeitig, mit dem Verweis auf die
Zukunft, von gegenwärtigen gesellschaftlichen Schranken. Die
eigentliche Ausstellung beschränkt sich leider auf nur zwei Räume mit
irritierend farbenfrohen Gemälden. Durch den fingerdicken Farbauftrag
wirken die Ölbilder wie eine erstarrte Performance, während die
Zeichnungen und Aquarelle in ihrer Leichtigkeit eher einen Ideenraum
für spätere Arbeiten bilden. Die Konterfeis der Kunstfiguren Eva
& Adele prangen auf allen Werken, entblößen und entblättern sich
teilweise und zeigen dem Betrachter zwar keine Menschen hinter der
Maskerade, verwischen aber unmissverständlich die Trennlinie zwischen
den Künstlern und ihrem Werk. Info: Eva & Adele, „Rot.
Neue Malerei und Zeichnung“, bis 1. Juni, Kunstmuseum Lentos Linz,
täglich 10 bis 18 Uhr, donnerstags 10 bis 21 Uhr. www.lentos.at
vom 19.03.2008 |