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11.04.2002 - Ausstellung
Glück, Zweifel, und Höhepunkt MQ
Neun Monate nach Eröffnung des Museumsquartiers präsentiert MQ-Chef Waldner eine Erfolgsbilanz. Kritik gibt es von den Nutzern. Im September wird das Quartier 21 eröffnet.


Nur vereinzelt huschten Mittwoch vormittag die Besucher durch die Innenhöfe des Wiener Museumsquartiers. Kein Wunder. Als MQ-Chef Wolfgang Waldner zur Präsentation der Neun-Monats-Bilanz bat, regnete es in Strömen. Doch dann gab es Erfreuliches: 1,4 Millionen Besucher sollen seit der Eröffnung im Juni 2001 das Areal besucht haben. Das ergab eine von der MQ-Gesellschaft in Auftrag gegebene Studie, durchgeführt im November 2001.

Die Hälfte der gezählten Besucher wurden als zahlende Kulturkonsumenten ausgewiesen, das heißt, es wurden eine oder mehrere im MQ ansässige Institutionen besucht - und das anscheinend zur vollsten Zufriedenheit: Meinungsumfragen ergaben zu neunzig Prozent eine gute bis sehr gute Beurteilung.

Heftige Reaktionen zu Waldners Bilanz kamen von den im MQ stationierten Institutionen Kunsthalle, Architekturzentrum, Tanzquartier: Die Besucherstatistik würde Passanten, MQ-Mitarbeiter und U-Bahnbenutzer gleich mehrfach einschließen. Seit der Eröffnung könne er jedenfalls keine wesentliche Besuchersteigerung in seinem Haus bemerken, kritisiert etwa Gerald Matt, Leiter der Wiener Kunsthalle.

Quartier 21 ab Herbst

Mitte September soll das Quartier 21 (Q 21) im Fischer-von-Erlach-Trakt eröffnet werden. Die Bauarbeiten hofft man Ende Juni beendet zu haben. Die Räume werden von den jungen Architektenteams awg-Alles wird gut, PPAG, Anna Popelka und Georg Poduschka sowie Behf gestaltet. Wieviel der Ausbau des Q 21 kostet, kann Waldner zur Zeit noch nicht sagen.

Befristet auf zwei Jahre und zu einem Quadratmeterpreis von 5,5 Euro sowie Betriebskosten zwischen 2,2 und 2,5 Euro (Waldner) werden sich 23 von einem Beirat ausgewählte Gruppen im Q 21 Büros und Präsentationsfläche einmieten. Darunter befinden sich Kultur Kontakt, die Bundesländer-Plattform A9, das Modelabel Wendy und Jim, die Magazine Springerin und Eikon, das Friedrich-Kiesler-Zentrum, Monochrom.

Auch das Depot und die Basis Wien werden wieder ins MQ einziehen. Die Netzkulturinititative Public Netbase wird nach den derzeitigen Plänen keinen Raum mehr bekommen und erwägt juristische Schritte, um eine Rückkehr ins MQ durchzusetzen. sp



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