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20. Oktober 2009
18:23 MESZ
Nancy Spero im Alter von 83 Jahren gestorben
Die Installationskünstlerin und Malerin gehörte zu den wichtigsten feministischen Künstlerinnen der USA

Salzburg - Die feministische Künstlerin Nancy Spero ist am Sonntag (18. Oktober) 83-jährig in New York verstorben. Dies teilte das Salzburger Museum der Moderne (MdM) am Dienstag mit. Erst im vergangenen Februar wurde Spero vom Verein der Freunde und Förderer des MdM Salzburg mit dem Herbert-Boeckl-Preis 2009 für Internationale Malerei ausgezeichnet, als Anerkennung für eine renommierte Persönlichkeit der internationalen Kunstszene. Mit der Vergabe dieses Preises an die amerikanische Künstlerin wurde erstmals eine Frau für ihr Lebenswerk geehrt.

Spero wurde am 24. August 1926 in Cleveland/Ohio geboren und lebte und arbeitete bis zuletzt in New York. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Leon Golub (1922-2004) von 1992 bis 1997 an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg gelehrt. Die beiden Künstler haben in diesen einzigartigen Klassen eine bleibende Wirkung auf ihre Studierenden ausgeübt. Nancy Spero hat wesentlich zum internationalen Ruf der Sommerakademie beigetragen.

Spero gehörte zu den wichtigsten feministischen Künstlerinnen in den USA, sie hat sich über Jahrzehnte nicht nur in ihrer Kunst, sondern mit zahlreichen politischen Aktivitäten für die Rechte der Frauen eingesetzt. Die Künstlerin gestaltete einen Kosmos von Frauengestalten aus allen Kulturen und allen Epochen der Menschheitsgeschichte, die sie - auf Friesen, Bannern, in Wandinstallationen, zuletzt in Mosaiken - zu immer wieder neuen Kombinationen und Geschichten zusammenführte.

Lange Jahre stand die Absolventin der School of the Art Institute of Chicago im Schatten ihres Mannes. In den Jahren nach 1952 entstanden die sogenannten Black Paintings - Malereien, die eine nach innen gekehrte, existenzielle Expression darstellen und vornehmlich in den Nachtstunden entstanden, in denen sie sich frei von den Pflichten als Mutter und Ehefrau fühlte.

In den Schriften Artauds fand sie ihren eigenen Verdruss und Zorn über ihre Unsichtbarkeit wieder und vereinigte Artauds Texte mit ihrer eigenen Bildsprache zwischen Intimität und politisch motivierter Unmittelbarkeit, welche die Frau einerseits als Opfer von Krieg und Diktatur (über ihren Körper), aber auch als Akteurin präsentiert. Beginnend mit Darstellungen aus prähistorischer Zeit, der Zeit der Ägypter, Etrusker, über griechische, keltische und römische Göttinnen bis zu zeitgenössischen Bildern von Tänzerinnen und Sportlerinnen entwickelte sie eine piktografische Enzyklopädie weiblicher Körpergesten, die zum Sprachrohr für ihre politischen und gesellschaftskritischen Themen wurden. (APA)

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