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| Hauptausgabe vom 07.05.2003 - Seite 010
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| AUSSTELLUNG: Am Samstag wird die "Galerie im
Fluss" eröffnet
Kunst im Fluss, Fluss der Kunst VON VOLKER WEIHBOLD
"Kunst soll kontroversiell sein. Wenn unsere Kunstwerke jedem gefallen, wird das doch langweilig", sagt Thomas Stöckl. Der Architekt gehört zu den Initiatoren der "Galerie im Fluss" und war am Montag bei der Jungfernfahrt zu den insgesamt 12 Objekten mit dabei. Dort, wo Donau und Donauauen zwischen Wallsee in Niederösterreich und Grein zur Galerie avanciert sind.
Kontroversiell, gefallen: Die dreistündige Fahrt mit der Zille vom Wallseer Hafen nach Grein ist beeindruckend. Mit 13 km/h geht es auf dem Wasser stromabwärts. Die Kraft des Wildbaches Donau unter sich, von einem Kunstwerk zum anderen schlängelt sich die Zille zwischen den Altarmen der Donau und in den Auen. Weg von der überdimensionalen Zunge in Wallsee, dieser Sitzgelegenheit für Liebespaare, die bei höherem Wasserstand in die Donau leckt. Zum "Temporären Flusslabor" des Berliners Rolf Hinterecker; zum Kniefall vor der Liebe, Markus Lindingers "lÂamour"; zur "Gehäuse Reuse" von Alois Lindenbauer im Hafen von Ardagger. Ungewöhnlich der "Immerblühende Baum" der Deutschen Nadine Rennert, drapiert neben einem abgestorbenen Baum; Kunstpflanzen, erstarrt im Zustand höchster Blüte - kaum wahrnehmbar von der Donaumitte aus, kaum wahrnehmbar, wenn sich die Zille auf zehn Meter nähert.
Der Wind nimmt der Sonne etwas die Kraft, die Ufer beidseits der Donau grünen üppig. Entspannung, sich gehen lassen. Bis zur nächsten Station: Tomas Hokes "Schwimm:körper" mitten im Fluss, die im Wasser dümpeln, friedlich, harmonisch. Die tatsächlichen Kräfte, die in der sanften Bewegung dieser riesigen Wassermassen gebunden sind, bleiben verborgen. Erst wenn sich die Reifen des Künstlers den Fluten entgegenstellen, soll das gesamte Ausmaß der Gewalt des Wassers augenscheinlich werden.
Die "Galerie im Fluss" knüpft an die Landesausstellung "feste feiern" im Strudengau im Vorjahr an. Initiiert wurde dieser 12 Kilometer lange, zwischen dreißig und zwanzig Meter breite und 330.000 Euro teure Ausstellungsraum vom Verein "Kulturfisch". Zwölf Künstler aus Italien, Deutschland und Österreich, die von einer Jury unter Vorsitz von Thomas Stöckl aus 35 Einreichungen ausgewählt wurden, haben sich mit der Landschaft auseinander gesetzt und eigene Installationen dafür geschaffen, die im Einklang mit Donau und Donauauen stehen sollen.
Die Kunstwerke erreichen Galeriebesucher per Faltboot für zwei Personen, den Zehn-Mann-Mannschaftskanadiern oder Motorzillen. Zeit nehmen sollte man sich für diesen Ausritt in die Welt der zeitgenössischen Kunst allemal: Die Touren dauern zwischen drei und fünfeinhalb Stunden. Info: 0676 / 444 06 11. Bernhard Traguts "Einblicke" in der Donau. Foto: Weihbold |
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