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Causa Matt: 32.500 Euro für Parlaments-Projekt?

15.04.2011 | 12:52 |  (DiePresse.com)

Die VP-Kultursprecherin kritisiert die Ausgaben des Parlaments für jenes Projekt, für das Kunsthallen-Direktor Gerald Matt kritisiert wird. Der Kunsthalle-Vorstand gestattet Matt indes Nebentätigkeiten.

Keine Ruhe kommt in die Diskussion um die Nebentätigkeiten von Kunsthallen-Direktor Gerald Matt. Am Donnerstag nahm das Präsidium des Vereins Kunsthalle Wien ausdrücklich in Schutz. Nun kommt Kritik von ÖVP-Kultursprecherin Silvia Fuhrmann. Sie bemängelte, dass etwas gefördert werde, das "mit dem Parlament selbst nichts zu tun" hat und fordert Aufklärung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ).

Fuhrmann zufolge habe das Parlament für das Projekt zu Österreichs Kunst der 60er Jahre 32.500 Euro zur Verfügung gestellt. "An allen Ecken und Enden des Parlamentsbetriebs soll und muss gespart werden. Doch für ein Projekt, wo der Zusammenhang mit Aufgaben und Ausgaben für das Parlament zumindest fragwürdig ist, ist offenbar Geld in Hülle und Fülle vorhanden", so die Kultursprecherin weiter. Sie gehe davon aus, "dass das Parlament nicht auch noch die 50er Jahre, 70er Jahre, 80er Jahre etc. finanzieren wird".

Die Kultursprecherin der Wiener ÖVP, Isabella Leeb fordert, die Causa durch das Kontrollamt überprüfen zu lassen. Sollte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) das Kontrollamt nicht selbst einschalten, "dann wird die ÖVP ihrer Pflicht als kontrollierende Opposition mittels eines Prüfansuchens nachkommen", so Leeb.

Wie die Kunsthalle am Donnerstag mitteilte, werde das diskutierte Buch "Gespräche, Österreichs Kunst der 60er Jahre" auf Wunsch Matts "einer Überprüfung durch die unabhängigen Rechnungsprüfer und einen Wirtschaftstreuhänder unterzogen". Das Ergebnis soll spätestens nach Ostern vorliegen.

Nebentätigkeiten erlaubt

Das Präsidium des Vereins Kunsthalle Wien ist am Donnerstag zu dem Schluss gekommen, dass es dem Direktor "aufgrund seines Dienstvertrages ausdrücklich gestattet ist, Nebentätigkeiten nachzugehen". Dabei müsse er "bemüht sein, die Interessen der Kunsthalle Wien zu fördern".

"Für die vertraglich gestatteten Nebentätigkeiten dürfen auch die betrieblichen Ressourcen im sonst üblichen - und für die konkrete Aufgabe jeweils erforderlichen - Ausmaß eingesetzt werden", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Präsident Thomas Häusle und Vizepräsident Siegfried Menz.

Diese Regelungen seien seit Jahren Bestandteil des Dienstvertrages und "wurden auch bei der Verlängerung des Vertrages unverändert übernommen, um aus den wissenschaftlichen, kuratorischen und publizistischen Tätigkeiten des Direktors einen Mehrwert für die Kunsthalle Wien zu schaffen".

"Im Hinblick auf das Ausstellungs- und Buchprojekt mit dem österreichischen Parlament weisen wir nochmals darauf hin, dass es sich hier für die Kunsthalle Wien um kein Privatprojekt von Dr. Matt, sondern um eine vom Vorstand gutgeheißene Kooperation gehandelt hat", heißt es weiter. "Der Vorstand hat im Übrigen bereits eine weitere Publikation über Österreichs Kunst der 70er Jahre initiiert."

Die Abrechnungen rund um das zuletzt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" diskutierte Buch "Gespräche, Österreichs Kunst der 60er Jahre" werden nun auf Wunsch Matts "einer Überprüfung durch die unabhängigen Rechnungsprüfer und einen Wirtschaftstreuhänder unterzogen, die arüber hinaus auch die gesamte Finanzgebarung des Vereines Kunsthalle Wien seit 2007 einer Prüfung unterziehen werden".

 


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