| Underground und Kommerz | |
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Fork-Mitgründer d5d im Gespräch mit Simon Hadler über Webdesign, Kunst, Kommerz und Forschung im Design.
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Neben ihren professionellen
Auftragsarbeiten - etwa für Nivea, Lufthansa und Daimler Chrysler -
beweisen die Webdesigner Fork auch bei nicht-kommerziellen Arbeiten Humor,
künstlerisches Understatement und Sinn für Medienkritik.
Gegründet wurde Fork 1996 von zwei amerikanischen und einem deutschen
Designer. Mittlerweile gibt es Niederlassungen in New York, Berlin und
Hamburg. Am 22. April präsentieren sie sich im Künstlerhaus im Rahmen der
Ausstellung Stealing Eyeballs. ON Kultur: Die Fork-Website scheint ein wenig wie das
Zuhause einer Familie zu sein: ein Spielzimmer für die Kinder, ein
Arbeitszimmer für den Papa, ein deutscher Schäferhund im Garten... so eine
Art von "my home(page) is my castle". Ist das beabsichtigt? d5d: Die Fork-Website ist schon immer ein gutes Spiegelbild
dessen gewesen, was uns widerfährt. Es war gut oder schlecht, zu viel oder
zu wenig. Wir sind keine Familie, aber wir sind genauso wenig ein
typisches Gemeinschaftsstudio. Ich denke, dass "Schizophrenie" eine
ziemlich ehrliche, lobende Charakterisierung unserer gegenwärtigen
Interessen und des Teams überhaupt ist. Ständige Harmonie ist eine
Lüge. ON Kultur: Eure Website, viele von Euren nicht kommerziellen
Projekten und was einige von Euch in früheren Interviews gesagt haben,
verbreitet ein Gefühl von "Subkultur" und "Underground"... d5d: Ja, das stimmt. ON Kultur: Andererseits arbeitet Ihr für große Unternehmen, wie
Nivea (seit 1996) oder Mannesmann, Lufthansa und
Lab 01-DaimlerChrysler. d5d: Genau - ich liebe diesen Aspekt unserer Arbeit. ON Kultur: Teile der Net-Community würden sagen, dass Ihr für
"corporate evil" arbeitet.
Wir weisen Kunden ab, mit denen wir nicht arbeiten können. Manchmal
macht das wenig unmittelbaren finanziellen Sinn, aber es ist unsere
Überzeugung, dass wir an uns selbst glauben und deshalb das Richtige
tun. ON Kultur: Wie viel Einfluss haben Klienten beim Erstellen einer
Website? Zum Beispiel Nivea? d5d: Während der ersten zwei Jahre mit Nivea bestand ein
Großteil unserer Arbeit darin, den Kunden zu erziehen. Wir überzeugten
sie, dass das Web ein reichhaltiges Medium zur Imagepromotion ist und dass
es viel mehr kann als ein Produktkatalog. Wir unterstützen unsere
Strategie mit intelligenten Erklärungen, erinnerten sie daran, anders oder
schneller zu sein als die Konkurrenz anstatt sie zu jagen. Es ist unser
Job zu verstehen, was sie wollen und sie mit etwas Besserem zu
überraschen. ON Kultur: Haltet Ihr Euch an gewisse Regeln, wenn Ihr ein
kommerzielles Design macht, oder versucht Ihr, vom Nullpunkt anzufangen
und nur Eure Kreativität einzusetzen?
Außerdem experimentieren wir viel im nicht-kommerziellen Bereich. Wir
machen Videoinstallationen, Art Commissions, Sticker Wars. Wir machen
gerne unsere eigenen Projekte. Wenn wir uns auf diese Abenteuer einlassen,
haben wir oft Ideen, die wir später in unserer Arbeit mit unseren Kunden
verwenden können oder auch nur für uns, damit wir fit bleiben. Es ist wie
Forschungsarbeit, macht aber mehr Spaß. Links: Mehr zur Webdesign-Ausstellung Stealing Eyeballs in ORF
ON Kultur. Kunden und Projekte von Fork Unstable Media: | ||||||||