| Wort und Bild: Miller und Morath | |
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Inge Morath und Arthur Miller regten einander auch nach fast 40 Jahren Ehe noch künstlerisch an. Gemeinsames Arbeiten gehörte genauso zum Alltag wie gesunde Distanz. |
Arthur Miller über Inge Morath: "Inge
Moraths Fotos sind das Ergebnis eines Bewußtseins von Geschichte. (...) In
ihnen drückt sich nicht nur aus, wie sie die Seele eines Motivs einfängt,
sondern auch, wie der eingefangene Augenblick gleichzeitig von Inge Morath
Besitz ergreift." Inge Morath über Arthur Miller: "Er ist am Leben, an Leuten und an
Dingen unerhört interessiert. Er verarbeitet alles. Er hat eine
unglaublich gute Beobachtungsgabe." Miller, Monroe, Morath Inge Morath begegnete Arthur Miller erstmals bei den Filmaufnahmen zu
"The Misfits". Sie fotografierte bei den Dreharbeiten, er schrieb das Buch
zum Film, in einer der Hauptrollen war seine damalige Gattin Marilyn
Monroe zu sehen. In der Folge ließ sich Miller von der Fotografin
porträtieren und es schien zwischen den beiden gehörig gefunkt zu haben.
Während sich ihr Kontakt intensivierte, scheiterte die Ehe des Dramatikers
mit dem "größten Sexsymbol aller Zeiten" zusehends. 1962 schließlich
traten Arthur Miller und Inge Morath in den Stand der Ehe.
Der literarische Ruf ihres Mannes öffnete Morath den Zugang zu
bedeutenden Künstlern vieler Länder, doch ihr selbst war, sagte Morath
einmal, "seine Berühmtheit wurscht: Ich war schon ich selbst, wie ich den
Arthur geheiratet habe - und berühmte Leute habe ich vorher auch schon
gekannt." Miller und Morath ergänzten einander wie Wort und Bild. Beredtes
Zeugnis über die Chemie zwischen den Künstlern legten ihre gemeinsamen
Bücher, wie etwa das "Russische Tagebuch" ab. Die Verschiedenartigkeit von
Schriftstellertum und Fotografie schien ein Garant für gute Zusammenarbeit
zu sein, da das visuelle Talent der Fotojournalistin in hohem Maß mit der
scharfen politischen Beobachtungsgabe des Dramatikers korrespondierte.
Gemeinsam war den beiden ihr Interesse für fremde Länder, deren Künstler,
die Folklore und für die Lebensbedingungen der jeweiligen Bevölkerung. Wort + Bild = Film Das logische Produkt der Ehe zwischen den beiden extrovertierten
Intellektuellen ist Tochter Rebecca. Sie vereint die schriftstellerische
Begabung des Vaters und die fotografische Sensibilität der Mutter im
Medium Film. In zahlreichen Streifen war sie bereits neben namhaften Stars
wie Jack Lemmon oder Klaus-Maria Brandauer zu sehen, sie konnte sich aber
auch als Drehbuchautorin und Regisseurin ("Angela") bereits einen Namen
machen. Bei ihrem letzten Wien-Besuch anlässlich einer Retrospektive in der
Kunsthalle Wien im Jahr 1999 plauderte Inge Morath aus der Schule und gab
eines der Erfolgsrezepte für ihre geglückte Ehe preis: Es war das Prinzip
des "gesunden Abstands". Morath und Miller versuchten einander nicht in
die Quere zu kommen. Auf ihrem Grundstück in Connecticut liegen die
Arbeitsräume der beiden über 200 Meter voneinander entfernt. Tipp Am Samstag, den 2. Februar steht in der Sendung "Österreich 1 extra" um 22.05 Uhr auf Ö1 die Wiederholung eines Gespräches am Programm, das Peter Huemer mit der gebürtigen Grazerin Morath im Jahr 1999 führte. | ||||