| Textarchiv OÖNachrichten | www.nachrichten.at/archiv |
|
vom 05.10.2007 - Seite 023
|
|
Lentos: Neue Ausstellung mit Ursula Mayers Filmen
Vom Spiel mit Oberflächen
Von Irene Gunnesch
Dicke schwarze Vorhänge trennen jetzt bis 17. Februar die Ausstellungsräume im Lentos-Untergeschoß vom Foyer ab. Aus zwei Kunst-Etablissements hört man Klavierläufe, Stimmen, Lied-Fragmente. Jenes rechts zeigt gleichzeitig drei Filme, links läuft einer. Allesamt stammen sie von Ursula Mayer (37), in Neukirchen/ Vöckla aufgewachsen, in London lebend und auf dem Sprung zur internationalen Kunst-Karriere.
Virtuoses Vokabular
"Wir haben Mayer gerade an jenem Punkt erwischt, an dem sie berühmt wird!", sagt Lentos-Direktorin Stella Rollig und verweist auf Mayers Präsenz im Wiener Museum für angewandte Kunst und in der Kunsthalle im Museumsquartier.
Keine Frage, Mayers Arbeiten haben Substanz. Das wird auch Uninformierten beim Lentos-Besuch schnell klar. Ihr Genre ist der Film. Ihr diesbezügliches Vokabular beherrscht sie virtuos. In aller Präzision spielt sie mit Farb-, Material-, Zeit- und Bewegungskontrasten.
Mayer verwendet Oberflächen, um Oberflächen zu erzeugen: Im Lentos zeigt sie ihre "Trilogy", die in einem viktorianischen Stadthaus, einer Aalto-Villa und einem 50er-Jahre-Wohnblock spielt. Formale und Farb-Akzente erzeugen Spannung, simulieren Erzählungen von Nonchalance bis Irritation.
Daneben hat Mayers jüngster Film "The Crystal Glaze" Premiere. Er zeigt drei Frauen in einer Art-déco-Szenerie. In der massiven Aneinanderreihung von hyperästhetisierten Posen und Phrasen wirkt dieser Film aber zu linear. Mayers Auseinandersetzung kippt so in den banalen Verweis auf die Verwendung von Frauen als Projektionsflächen. Und da kann das Resultat auch die Verweigerung der Aufnahme eines kritisch-reflektierenden Bruchs sein.
Info: 0732/ 7070/ 3600
Projektionsfläche Frau in Mayers "The Crystal Gaze" |
|
© |