Bestände des Kölner Stadtarchivs gänzlich gerettet

1. Juni 2009 | 12:43 | köln | apa/dpa
Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor drei Monaten ist so gut wie nichts völlig verloren gegangen. "Es ist sensationell, dass alles noch irgendwie da ist", sagte die Leiterin des Archivs, Bettina Schmidt-Czaia. Der Zustand des Materials sei zwar sehr unterschiedlich, aber nur weniger als ein Viertel sei zerschnipselt, und auch hier bestehe Hoffnung.
apa/dpa köln

So wie einst die zerschredderten Stasi-Akten sollen auch die Archiv-Schnipsel wieder zusammengesetzt werden, und zwar mit Hilfe einer eigens dafür entwickelten Software. Die Restaurierung des gesamten Materials kann allerdings 30 Jahre dauern - oder länger.

85 Prozent des Gesamtbestandes sind mittlerweile geborgen. Die restlichen 15 Prozent liegen in einer Baugrube der U-Bahn im Grundwasser. Die Feuerwehr prüft zurzeit, wie dieses Material am Besten hochgeholt werden kann.

Ein neuer Archivbau wird nach Schätzungen fünf bis sieben Jahre auf sich warten lassen - Schmidt-Czaia fordert hier eine unverzügliche Entscheidung der Stadt noch vor der Kommunalwahl am 30. August. Für die Zeit bis zur Fertigstellung wünscht sich Schmidt-Czaia ein provisorisches Archiv mit Besucherzentrum und Lesesaal in der Innenstadt.

© SN/SW