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50.Biennale Venedig: Gironcoli kam persönlich in die Giardini

Österreich-Pavillon wird morgen offiziell eröffnet - Kärntner Bildhauer: "Sprechen kann ich nicht mehr, mir ist zu heiß".

Venedig (APA) - "Sprechen kann ich nicht mehr, mir ist zu heiß." Mit dem, was Bruno Gironcoli zum Abschluss seines kurzen Statements bei der Pressekonferenz heute, Donnerstag, Vormittag im Österreich-Pavillon der Giardini in Venedig sagte, sprach er den Anwesenden aus der Seele. Unter glühender Hitze wurde der erste Presse-Besichtigungstag der 50. Kunstbiennale absolviert - und Christoph Schlingensief hatte sich wieder einmal die Pole Position gesichert. Biennale-Chef Francesco Bonami hatte zur Überraschung des Deutschen das fotogene Pfahl-Wettsitzen im Namen seines "Church of Fear"-Projekts gleich beim Giardini-Eingang aufbauen lassen.

Überraschend war auch das persönliche Erscheinen des 66-jährigen Kärntner Bildhauers in Venedig - hatte man auf Grund seines angegriffenen Gesundheitszustandes doch angenommen, er müsse in Österreich bleiben. Vor dem Pavillon empfangen zwei silbrig glänzende Großskulpturen die Besucher und führen in die surreale und symbolbeladene Welt des Künstlers ein: Titellose Aluminiumgüsse voller Formen und Fabelwesen bis hin zu Zitaten aus der alpenländischen Flora aus den Jahren 2001 und 2003.

Im Hoffmann-Pavillon selbst, den Gironcoli auf Grund seiner, dem wuchtigen skulpturalen Werk nicht ganz gewachsenen Dimensionen als "wunderbaren Kiosk" bezeichnete, sind weitere Beispiele seines Schaffens ausgestellt, die "Eisenfigur" (1985-90) etwa, "Die Eltern mit zwei Tischaufsätzen" (1989/90) oder Beispiele aus den siebziger Jahren. "Wir haben uns bewusst dazu entschieden, keine Arbeiten auf Papier zu zeigen", erläuterte Kuratorin Bettina M. Busse.

Österreich-Kommissär Kasper König betonte, wie "erstaunlich reibungslos" der Aufbau, der bei den großen Skulpturen durch die Oberlichte erfolgte war, geklappt habe. "Aufwändig und teuer war nur der Transport", meinte König, der hofft, dass es in zwei Jahren eine internationale Wanderausstellung von Gironcoli-Werken geben wird. Zur Biennale-Präsentation ist ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, erschienen (14,80 Euro).

Schlingensief hatte im März die "Church of Fear" gegründet. Er will u. a. Kirchentage veranstalten und dazu aufrufen, dass man sich zu seiner Angst und dem Fehlen von Göttern und Ersatzgöttern offensiv bekennt.

2003-06-12 12:51:54