DER STANDARD, 19. April 2002


FP-Politiker: Kritik an Kulturinstitut

New York - Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) hat bei seinem Besuch des österreichischen Kulturforums in New York eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung scharfe Kritik am Architekten des Gebäudes, Raimund Abraham, geübt. Die Niederlegung der österreichischen Staatsbürgerschaft sei eine "äußerst intolerante Position", und: "Man wechselt seine Staatsbürgerschaft nicht so einfach wie ein Hemd", kritisierte Grasser.

Der Architekt habe auch die Kostensteigerungen des Projekts mitzuverantworten, Die Baukosten des Kulturforums seien von ursprünglich projektierten zehn Millionen Dollar im Jahr 1992 nun auf 30 Millionen Dollar (33,8 Mill. Euro) angewachsen. "Das ist für mich nicht nachvollziehbar", so Grasser.

Schon vorher hatte FP-Generalsekretär Peter Sichrov-sky das Kulturinstitut in einer Aussendung als "eine der größten Geldvernichtungsmaschinen in der Geschichte der österreichischen, staatlich organisierten Kulturpolitik" bezeichnet. "In einer Kombination von Größenwahn und Inkompetenz wurde hier eine architektonische Lösung gefunden, die die Bedürfnisse und Interessen eines Kulturzentrums ignoriert." (APA)


© DER STANDARD, 19. April 2002
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