24.09.2003 20:19
Im dreiunddreißigsten Jahr
Die
Wiener Galerie Ernst Hilger expandiert mit "Hilger Contemporary" - Foto
Wien - Langsam, aber sicher wird der vordere Teil der
Dorotheergasse in Hilgergasse umgewandelt werden müssen. Neben seinen
angestammten Galerieräumen auf Nummer 5, welche ab Samstag "Marilyn and her
friends" von Post-Polit-Popartisten Erró ausstellt, startet "Hilger Contempory"
auf Nummer 3. In einem ehemaligen Teppichgeschäft hat sich Ernst Hilger in
seinem 33sten Galeriejahr zu ebener Erde und im Keller ein großzügiges Forum für
Zeitgenössisches eingerichtet. Forciert werden soll hier vor allem auch die seit
rund drei Jahren mehr in Angriff genommene tableauartige Fotografie, darunter
die Serie des Serben Mihael Milunovic, der darauf inbrünstig-heroisch
Nationalflaggen küsst.
Ausschlaggebend für das Medium Fotografie war -
neben dem Engagement des kunstsammelnden Finanzpartners Hilgers - u. a. der
Erfolg bei der heurigen Basler Messe, wo der Galerist nach eigenen Angaben "26
Fotos von Brian McKee an bedeutende Sammlungen verkauft"
hat.
Erstansicht
Zwei Beispiele hängen jetzt auch
in der aktuellen Ausstellung "First View", welche zum Teil auch Künstler
ausstellt, die länger schon das jüngere Programm der Galerie vertreten
(Sebastian Weissenbacher, Felix Malnig, Sieglind Gabriel u. a.). Gastkuratoren
werden eingeladen werden; für den Dezember ist etwa "esel" (Lorenz Seidler)
vorgesehen.
Neuerungen auch ein paar Schritte weiter auf Nummer 12, wo
Leo Zogmayer das - auf eine Initiative Ernst Hilgers zurückgegangene - Siemens
ArtLab umgestaltete. Auf einem Betonblock mitten im Raum werden künftig
Siemens-Produkte wie Laptops oder Handys von Fachkräften erklärt werden, umgeben
von Kunstwerken. Ein Zwitterwesen aus Produktpräsentation und Kunstschauraum
(auch im Keller), nach der Zogmayer-Schau vorbehalten für Kunstschaffende bis
35. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2003)