Ein Flugzeug in der Sonderausstellung "Airworld –
Vom Reisen in der Luft", die seit heute, Donnerstag, zu sehen ist, erkor
die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky, als wir
sie baten, unseren Lesern ein Lieblingsobjekt vorzustellen. Die auffallend
schöne "Dove" fristete ihr Dasein seit Beginn der Generalsanierung des
Hauses 1996 im Depot, weshalb sich die Direktorin über deren neuerliche
Präsentation besonders freut.
Die zweimotorige "De Havilland DH 104 Dove" war seinerzeit
Großbritanniens erstes erfolgreiches Zivilflugzeug nach dem 2. Weltkrieg
gewesen. Der Erstflug eines Prototyps fand im Dezember 1945 statt. Als
1957 die "Austrian Airlines" ihren Betrieb aufnahmen, startete die
Fluglinie mit einer Maschine dieses Typs als erstem Verkehrsflugzeug unter
Rot-Weiß-Rot den Bedarfsverkehr zwischen Wien und Innsbruck.
Auch jene Dove, die nun im Technische Museum Wien wieder in frischem
Glanz erstrahlt, wurde 1957 gebaut, im selben Jahr erblickte übrigens auch
die Direktorin das Licht der Welt. Das Styling der Maschine mit den
verschiedenartig in orange abgestuften Farbtönen passe auch in
museumsdidaktischer Hinsicht gut ins Konzept, sagt Zuna-Kratky, denn "wir
wollen hier nicht zur Verherrlichung der Technik beitragen, aber wir
möchten auf Ästhetik aufmerksam machen, wo das Design funktioniert."
Die gezeigte Dove war 20 Jahre lang beim österreichischen Bundesamt für
Zivilluftfahrt für Funkvermessungen im Einsatz gewesen. Als
Verkehrsflugzeuge immer schneller und höher flogen und die britische
Maschine den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte,
wurde sie Ende 1977 außer Dienst gestellt und dem Technischen Museum
überlassen.
Besonders auffallend ist die Kuppel auf der Pilotenkanzel, welche eine
zusätzliche Kopffreiheit gewährte. Der zweimotorige Tiefdecker in
Ganzmetallbauweise bot in der Standardausführung bis zu elf Personen
Platz.
Eine spezielle Herausforderung sei die Verbringung der Dove zu ihrem
Aufstellungsort gewesen, erzählt Zuna-Kratky. Aufgrund der beengten
Platzverhältnisse im Museum musste der schwere Ladekran mit seiner
sperrigen Fracht immer wieder millimetergenau an Ausstellungsobjekten
vorbei manövriert werden. Die zunächst zerlegte Maschine wurde sodann
ausschließlich von Mitarbeitern des Technischen Museums zusammengebaut.
Für die Zeit nach der Sonderausstellung ist geplant, die Dove ein
Stockwerk höher in den Bereich der Dauerausstellung zu verbringen. Hierzu
werden Tragfläche und Triebwerk abermals vom Rumpf getrennt und mittels
Ladekran in 15 Metern Höhe auf die Galerie Ost gehievt, wo die DH 104
schließlich ihre ständige Bleibe haben wird.
Sonderausstellung im Technisschen Museum Wien (9. März bis 28. Juni)
1140 Wien, Mariahilfer Straße 212
Mo. bis Fr. 9–18, Sa., So. 10–18 Uhr
Tel. 01 / 899 98 - 6000
Wiener Museumsstücke – Lieblingsobjekte der Direktorin Von Johann
Werfring
Donnerstag, 09. März
2006