| Das Kitsch-Missverständnis | |
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Von Ingrid Adamer.
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Seine ersten Kunstwerke finanzierte der
in New York lebende Künstler als Börsenmakler, in den 80er Jahren
avancierte er mit Inszenierungen banaler Haushaltsgeräte in Luxusvitrinen
zum Star. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges heiratete Jeff Koons 1991 den
italienischen Pornostar Cicciolina und machte die Beziehung
zum Gegenstand seiner Kunst. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet der
amerikanische Künstler - inzwischen wieder von Cicciolina geschieden - an
den Werkgruppen "Easyfun" und "Celebration", die im Kunsthaus Bregenz zu
sehen sind. Easyfun
Jeff Koons glaubt an die Macht der Oberflächen als Widerschein des
Universellen. Die Serie "Easyfun" besteht aus verschiedenen farbigen
Spiegeln, deren Formen Umrisse von Tierfiguren zeigen. Darin spiegeln sich
der Ausstellungsraum, die Betrachter, aber auch Ölbilder, die ganz im Stil
von Collagen montierte bunte Versatzstücke aus Reklame und Kinderwelt
sowie verlockend gemalte Nahrungsmittel zum Inhalt haben. Die Maxime
lautet nicht mehr "Erkenne Dich selbst" sondern "Sieh Dich selbst".
"Als ich noch ein Kind war und zum Frühstück eine Schüssel
Getreideflocken aß, saß ich da und starrte auf die Verpackung meines
Essens, weil sie mich faszinierte. In derselben Art und Weise schaue ich
heute auf Produkte und Bilder in der Welt," sagt Jeff Koons zu seiner
Arbeitsweise. Was ihn besonders anspreche, trägt er mit sich herum, um es
irgendwann in seine Arbeit einzubringen. Kunst und Werbung
Die Zusammen- "Die Basis der Kunst ist, dass sie ein Akt der Mitteilung ist. Die
Künstler bieten den Menschen etwas an, mit dem sie hoffentlich etwas
anfangen können. Zwischen dem Betrachter und dem Kunstwerk sollte eine
Wechselwirkung bestehen. Das ist Kommunikation, wobei dieselben Werkzeuge
von Künstlern als auch von Werbefachleuten angewendet werden. Manche Leute
haben eine Abneigung dagegen, aber so funktioniert Kommunikation und
dieser Wunsch sich mitzuteilen ist der Kern der Dichtkunst ebenso wie von
allen großen Kunstwerken." Kunst, nicht Kitsch
Dass sein Werk häufig mit Kitsch in Verbindung gebracht wird, sieht
Jeff Koons als ein Missverständnis. Er arbeite mit Dingen, die den
Menschen ein gutes Gefühl vermitteln und seine Kunst könne auch von Leuten
verstanden werden, die sich nicht vorher darüber informiert haben. "Ich
habe versucht den Betrachter dazu zu bringen, seine eigene kulturelle
Vergangenheit anzunehmen. Denn wenn Kunst dazu beiträgt, die eigene
kulturelle Geschichte herabzusetzen, dann verlieren wir unsere Kraft und
ich habe mit meiner Kunst immer versucht, den Betrachtern eine innere
Sicherheit zu vermitteln." Tipp: Mit 21 großformatigen Werken aus den Jahren 1995-2001 zeigt das Kunsthaus Bregenz
die umfangreichste Ausstellung von Jeff Koons seit seiner Retrospektive
vor 9 Jahren. Zu sehen ist die Schau bis zum 16.
September. | ||||||||||