| Starke Worte | |
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Wenig Gegenliebe fand MQ-Geschäftsführer Wolfgang Waldner nach seiner jüngsten Präsentation bei seinen Kontrahenten. |
"Der MQ-Geschäftsführer nimmt es mit der Wahrheit nicht sehr genau",
hieß es in der Aussendung, die die Namen der Leiter von sieben
Institutionen (depot, KUNSTHALLE Wien, ZOOM, Architekturzentrum, Halle
E+G, Tanzquartier und Public Netbase, die sich immer noch Hoffnungen auf
eine Rückkehr ins MQ machen) trägt. In den 1,4 Millionen Besuchen, die
MQ-Geschäftsführer Wolfgang Waldner am Mittwoch präsentierte, seien
"Passanten, U-Bahnbenutzer und MQ-Mitarbeiter gleich mehrfach"
eingeschlossen. Die "leeren Höfe" des MQs verströmten "über weite Strecken
des Jahres" "den Charme eines Mausoleums". Die Institutionen hätten seit
der Eröffnung "keine wesentliche Besuchersteigerung" verzeichnet.
MQ präzisiert, teilsweise MQ-Pressesprecherin Daniela Enzi schilderte auf Nachfrage der APA, dass
in den bei der Erhebung der Besucherzahlen verwendeten "Formeln und
Berechnungen" der tägliche Bewohner- und Mitarbeiterverkehr
"berücksichtigt" worden sei. Ob das Personal und die Bewohner der
Wohnungen im MQ aus den Areals-Besucherzahlen herausgerechnet wurden,
bestätigte sie jedoch nicht. Enzi verwies darauf, dass die Studie in den
"schwächer besuchten" Wintermonaten erstellt worden sei und dass im Laufe
des nächsten Monats neuerlich die Besucherzahlen und -strukturen erfasst
werden. In den zahlenden Besuchen seien die Besuche jeweils einzelner
Institutionen erfasst, Kombi-Ticket-Inhaber zählten also mehrfach. Public Netbase erwägt juristische Schritte Die Netzkulturinitiative Public Netbase erwägt juristische Schritte
bezüglich eines Wiedereinzugs ins Museumsquartier (MQ). "Eine Abmachung
hat auch juristischen Wert", bezog sich Netbase-Leiter Konrad Becker
heute, Mittwoch, am Rande der Bilanzpressekonferenz des MQ gegenüber der
APA auf eine Einigung mit der MQ-Betriebsgesellschaft, die im Sommer 2001
zum Auszug von Public Netbase aus den MQ-Räumlichkeiten geführt hatte.
"Wir glauben immer noch, dass (der MQ-Geschäftsführer, Anm.) Waldner ein
Provisorium ist und nicht wir", so Becker. Ende Juli 2001 hieß es, dass das Angebot der MQ-Betriebsgesellschaft
zum Abschluss eines Mietvertrages über die bisherigen Räumlichkeiten von
Public Netbase im MQ aufrecht bleibt. Daraufhin räumte die
Netzkulturinitiative ihre Räumlichkeiten im MQ. Dieses Angebot zur
Rückkehr wurde jedoch von Wolfgang Waldner, Geschäftsführer der
MQ-Betriebsgesellschaft, in einem Schreiben vom 29. Jänner 2002
zurückgenommen, wie erst heute bekannt wurde. Begründet wurde dies mit der
"Vermeidung von weiterem Schaden für unsere Gesellschaft". Zwischen Public
Netbase und dem MQ war ein Rechtsstreit entflammt, im Zuge dessen das MQ
an die Netzkulturinitiative finanzielle Forderungen stellt. Für Becker ist eine Rückkehr von Public Netbase ins MQ "noch nicht
ausgeschlossen". Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) habe Becker
"persönlich" zugesagt, im Laufe der "nächsten Wochen diese Sache einer
Klärung zuzuführen". Die Stadt Wien solle es, so Becker, "als eine Frage
der Ehre" betrachten, ob Public Netbase wieder in das MQ zurückkehren
könne. Politische Kritik Mit Skepsis begegnet die Kultursprecherin der Grünen, Eva Glawischnig,
den Entwicklungen im Wiener Museumsquartier (MQ). Für die Grünen ist es
höchst bedauerlich und kulturpolisch nicht zielführend, dass unabhängige
und durchaus aufmüpfige Kulturinitiativen, wie z.B. Public Netbase, nicht
mehr im MQ vertreten sein werden. "Geschäftsführer Waldner ist es nicht
gelungen, die Konflikte rund um die Nutzung der Räume einvernehmlich zu
lösen. Das ist alles andere als ein Ruhmesblatt für Herrn Waldner", so
Glawischnig. "Durch die Diskrepanz zwischen Außendarstellung des MQ und dem Alltag
der MQ-Institutionen gewinnt man zunehmend den Eindruck, sich in
Parallelwelten zu befinden", kritisierte SP-Kultursprecherin Christine
Muttonen. Das Museumsquartier sei mangels entsprechender Initiativen der
MQ-Betriebsgesellschaft und der zuständigen Bildungsministerin weit von
einem lebendigen Kulturareal entfernt, so Muttonen. Links Museumsquartier Wien | ||||