Galerie Winter. Nancy Haynes, derzeit in
Brooklyn künstlerisch tätig, setzt ihr abstrakt malerisches Bildkonzept
fort, mit dem sie schon Ende der sechziger Jahre begonnen hat. Ihre
aktuellen Gemälde sind alles andere als in ihrer formalen und
stilistischen Struktur beschränkte Ergebnisse. Mit unheimlicher Frische
belebt sie das von Gegenständlichkeit und Narration befreite Bild aufs
neue. Farbschichten werden in monochromer Anlage über die Fläche
gestrichen, wobei in subtiler Weise Orange durch die gräuliche oberste
Schichte durchbricht, das Werk zum pulsieren bringt.
Überraschend sind neue Arbeiten, die in nuancierter
Farbabstufung von hellen zu dunklen Werten eine räumlich illusionistische
Note erhalten. Ihre Wahlverwandtschaft zu Videostills läßt sie im
Unterschied zu den minimalistischen Malereien schicker und ein wenig
zugänglicher erscheinen. (VII., Breite Gasse 17; bis 29. Juni)
Galerie Feichtner & Mizrahi. Zum letzten Mal vor der
Übersiedlung in die Seilerstätte 19 im September präsentiert das
Galeristenduo Schwerpunkte aus ihrem Programm. Walter Weers
Verflechtungen aus Karton und Garn erweitern das Tafelbild in den
Objektbereich. Sprödheit des vorgefundenen Materials, die individuelle
Behandlung der Oberfläche mit Farbe relativieren den minimalistischen
Charakter von Serialität und Gitterstruktur.
Lorenz Estermann verschneidet Malerei mit
Zeichnung. Der malerisch sphärische Grund wird mit einer eindrucksvollen
monumentalen Architekturform zeichnerisch behandelt.
Ahmet Oran ist mit Unikat-Öldrucken auf Papier
vertreten: Meditativ anmutende fein vibrierende Farbflächen. Persönliche
Handschrift wird zugunsten der reinen Farbwirkung aufgehoben. Dazu gesellt
sich unter anderem Malerei von Udo Nöger, Martin Schnur und
Photographien von Werner Schrödl. (I., Singerstraße 18, bis 8.
Juni)
Galerie Steinek. Silvia Steinek gastiert bis in den Herbst hinein in
den Räumen der Galerie Bienenstein mit herrlichem Blick auf den
Stephansdom. In ihrem ständig wechselnden Programm setzt sie auf
Arriviertes aus dem In- und Ausland. Neben Bildern von den bereits stark
etablierten Gugginger Künstlern finden sich intensive Blätter von
Arnulf Rainer, wie etwa eine dunkle dichte Überarbeitung eines
Denkmals. Donald Baechlers Pattern-Painting wirkt dagegen leicht
und beschwingt. (I., Weihburggasse 4; bis 10. Oktober)
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