


Die Zeltinstallation von Delaine Le Bas enthält die Artikel der Menschenrechtskonvention.

Graz - Artikel für Artikel malte Delaine Le Bas die Menschenrechtskonvention auf die auf dem Boden liegenden Tücher, die nun Teil ihres Zeltes sind. Diese schrille, kraftvolle Installation begrüßt die Besucher in der Ausstellung Inside, Outside and the Spaces in between, die im Rahmen des Roma-Festivals für Kunst und Diskurs, Romale!, gezeigt wird. Le Bas, eine englische Romni, die am West Sussex College of Art and Design und an der St. Martins School of Art in London Kunst studierte und seit sie "denken kann" Aktivistin ist, thematisiert auch in ihrer Kunst - die sie malt, stickt oder schneidert - Aspekte ihrer Kultur und das omnipräsente Thema der Ausgrenzung.
Ihr Ehemann, Damian Le Bas, der der irischen Traveller Community angehört und unter anderem am Royal College of Art in London studierte, zeigt in Graz Collagen und Malereien. Auf aktuellen und historischen Landkarten Europas und auch Stadtkarten von Graz, stempelte er immer wieder das Motiv vom sogenannten fahrenden Volk mit Pferd und Wagen auf.
Die modernere Version der Kutsche, der Wohnwagen oder Trailer, ist ein wiederkehrendes Motiv in den Arbeiten der Französin Gabi Jiménez. Kleine farbenfrohe reduzierte Bilder, die zum Teil auch auf Mobiles in der Luft hängen, deuten das Thema "Mobil sein" auf zwei Ebenen an.
Die jüngere Generation ist mit Dušan Ristić, einem in San Francisco lebenden serbischen Rom, der mit vielen Techniken experimentiert, und Tamara Moyzes vertreten. Moyzes, eine tschechische Videokünstlerin mit jüdischem und Roma-Hintergrund zeigt mit viel Witz in scheinbar dokumentarischen Filmen Wirklichkeiten als Parodie.
Alfred Ulrich liebt und beherrscht ein älteres Medium: Mit einer limitierten Auflage feiner Kaltnadelradierungen illustrierte er ein Roma-Gedicht. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 6. 2010)
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