Salzburger Nachrichten am 12. Jänner 2007 - Bereich:
Bleiburg erhielt Ortstafeln in "Bananenschrift"

Mit einer Kunst-Aktion namens "All about Bananas" hat am Freitag der Südtiroler Künstler Klaus Pobitzer so manche Gemüter der Bleiburger Bevölkerung erregt. Begleitet von sieben als Gorillas verkleideten Schauspielern, die lauthals die "Bananenhymne" sangen, installierte er an den Ortseinfahrten der Kärntner Gemeinde Ortstafeln, die er mit seiner eigens kreierten "Bananenschrift" versehen hat.

Die Blitz-Aktion in Bleiburg fand unter der Schirmherrschaft der Kunsthalle Wien statt. Am Freitagabend werden die Tafeln vor dem project space am Wiener Karlsplatz temporär befestigt, ab Samstag ist im project space eine Ausstellung zum Ortstafelstreit zu sehen.

"Geht's, warum lasst's uns denn nicht in Ruh, ihr habt's eh in Wien genug G'sindel!" Die wenigen Passanten, die die kurzzeitige Installation der neuen Ortstafeln beobachteten, waren nicht sehr begeistert von "den Wienern". So wurde auch gleich die Polizei gerufen, als der 35-jährige Pobitzer seine Kunstwerke in den Boden rammte. Unter dem Motto "Kärnten wird dreisprachig" hatte er für die Kunsthalle Wien eine eigene "Bananenschrift" erfunden, die in "dieser Bananenrepublik, wo scheinbar keine Gesetze befolgt werden müssen", eine neue Möglichkeit der Kommunikation darstellen sollen, so Pobitzer.

Den nicht enden wollenden Ortstafelstreit kann Pobitzer nicht verstehen: "In Südtirol denkt keiner über die Sinnhaftigkeit von Ortstafeln nach. Die Zweisprachigkeit gilt als Selbstverständlichkeit", so der Künstler vor Ort zur APA.

Mit "All about Bananas" will er einen Blick in die demokratiepolitische Zukunft Österreichs werfen. Seine Aktion symbolisiere den "Wahnwitz rechtsfreien Raumes, in dem wild gewordene Lokalpolitiker Minderheitenrechte auszuhebeln versuchen". Die herbei gerufene Polizei betrachtete das Geschehen mit Humor.