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Salzburger Festspiele: Kokoschka und die Schule des Sehens

Mit der Kunst die Barbarei des Krieges überwinden


300 Jahre Wiener Zeitung!In der Salzburger Residenzgalerie wird am Samstag (9. August) um 11 Uhr die Sonderausstellung "Oskar Kokoschka und die Schule des Sehens" eröffnet. Die Schau ist Teil des Programms aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst und bis zum 7. September zu sehen.
1953 gründete Oskar Kokoschka (1886 bis 1980) auf der Festung Hohensalzburg die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst. Im Zentrum seiner Lehre stand die "Schule des Sehens", in der er den weit über die künstlerische Praxis hinausgehenden Anspruch stellte, im Umgang mit der Kunst die Barbarei des Krieges zu überwinden und eine neue Humanität aus der Kunst zu schöpfen. Mit der Salzburger Sommerakademie schuf Kokoschka ein Erfolgsmodell, das seither vielfach kopiert und doch nie erreicht wurde.
Die Ausstellung in der Residenzgalerie ist in drei Teile gegliedert: Zu sehen sind Werke von Kokoschka aus der Zeit von 1950 bis 1963, die in Bezug zu Salzburg stehen bzw. in der Gründungsphase der Sommerakademie entstanden sind: u. a. Kokoschkas Salzburg-Städtebild von 1950 und die Entwürfe für Kostüm- und Bühnenbild zur "Zauberflöte" bei den Salzburger Festspielen 1955.
Weiters wird vor dem Hintergrund der Ereignisse in Salzburg die Gründungsphase der Sommerakademie dokumentiert. Stellung bezogen wird zu folgenden Fragen: Wie konnte es angesichts der Not der Nachkriegsjahre, der Bombenschäden, des Mangels an allem Lebensnotwendigen, der Reisebeschränkungen, der Einschränkungen in allen Lebensbereichen gelingen, eine internationale, offene, zeitgemäße Kultureinrichtung ins Leben zu rufen, und welche Rolle spielte Friedrich Welz in dieser Gründungsphase?
Schließlich wird die Entstehungsgeschichte der Sommerakademie eingebettet in ein Panorama Salzburgs der frühen 50er Jahre mit den ersten Wiederaufbauarbeiten, der Errichtung einer kommunalen Infrastruktur und der Kulturszene jener Jahre.
Die Ausstellung wird ergänzt durch eine Dokumentation mit Filmmaterial aus der Gründungsphase. red

Erschienen am: 05.08.2003

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