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10.10.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung
Kunstmesse Paris: Steife Erfolgsbrise, kunterbunt
VON JENS E. SENNEWALD
Mit viel Energie und Professionalität empfing die 32. Pariser Fiac die Besucher.

Ein Riesenrad, Zuckerwatte und Champagner: Jahrmarkt-Stimmung zum Eröffnungsfest im Grand Palais. Schon einst wurde hier die FIAC veranstaltet. Jetzt hofft man, nach Abschluss der Renovierung 2008 wieder einziehen zu können und lädt die Messebesucher jeden Abend zu Kunst-Events ein.

Die künstlerische Direktorin der FIAC, Jennifer Flay, erhielt mit dem neuen Ko-Direktor Martin Bethenod einflussreiche Verstärkung. Der einstige Leiter der Abteilung Bildende Kunst im Kulturministerium brachte seine alten Kontakte gewinnbringend ein: Für 400.000 Euro erwarb Frankreich noch vor Messebeginn Werke für die staatliche Sammlung. Von den 214 vertretenen Galerien sind 54 Neuzugänge, davon keiner aus Österreich. 25 Länder sind präsent, das macht fast fünf Prozent mehr ausländische Beteiligung als im vergangenen Jahr.

Höhepunkte der Messe sind eigenwillige One-Man-Shows, wie die Installation von Jan Kopp (Galerie Maisonneuve, Paris) in den jungen Perspektiven (Halle 5). Neu: Ein eigener Bereich für Film und Video. Auffällig: Die Wiederkehr der Zeichnung. Die Newcomer Schleicher+Lange, aus London ins Pariser Marais umgezogen, verkaufen die hypnotisierenden Zeichnungen von Zoë Mendelson wie warme Semmeln, so Andreas Lange. One in the Other, ein Messe-Neuzugang aus London, zeigt eine Zeichnung der sehr jungen Malerin Tamsin Morse - von ihr hätte man gern mehr gesehen. Bei den jungen österreichischen Galerien sticht im Projektraum Viktor Bucher die Gruppe G.R.A.M. mit Maria, Fotos von der Schell-Beerdigung, heraus. Amy Jean Porters witzige Vogelzeichnungen in der auf US-Künstler spezialisierten Galerie g-module (Paris) bringen die Stimmung in der Halle auf den Punkt: wohlsortiert, flügge ist man geworden.

Halle 4 wirkt im Kontrast museal. Gleich am Eingang empfängt Claude Bernard (Paris) mit Bildern des im Februar verstorbenen Malers Paul Rebeyrolle. Trouvaillen sind die Arbeiten von Raymond Hains bei Patricia Dorfman (Paris), die neuen Arbeiten von Georg Baselitz bei Thaddaeus Ropac (Paris/Salzburg), die starken Bilder von Eva Schlegel bei Krinzinger (Wien). Hubert Schmalix' Wiederaufnahme von Gauguins Figuren bei Ernst Hilger (Wien) zeigt einen thematischen Trend: Man setzt sich mit dem Bilderkanon der Moderne auseinander, vom Bauhaus bis zum Superhelden-Comic.

Die FIAC hat an Dynamik gewonnen. Das spiegelt sich auch in der Stadt. Gerade eröffnete die Cosmic Galerie im 19. Arrondissement. Auch ausländische Galerien kommen wieder nach Paris: Haunch of Vension (London, Zürich) und Sprüth Magers Lee (Köln, München, Zürich) haben Dependancen an der Seine eingerichtet, 2006 kommt die Foto-Galerie und Edition Lumas (Berlin) dazu.

FIAC, Paris Expo, Porte Versailles, 6.-10.10.05, www.fiacparis.com

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