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Die Leichtigkeit der Schwere

Salzmann. Er gilt als der Aquarellist schlechthin. Derzeit ist Gottfried Salzmann eine Ausstellung auf Schloss Fischhorn gewidmet.

Heinz Bayer Bruck (SN). Wenn er die Skyline von New York malt, bekommen die tonnenschweren Gebäude beinahe Flügel.

Von Gottfried Salzmann, einem der wesentlichsten zeitgenössischen Aquarellisten, ist derzeit auf Schloss Fischhorn in Bruck an der Glocknerstraße eine große Auswahl meisterhafter Bilder zu sehen. Und zwar von Donnerstag, 12. Mai, bis Sonntag, 15. Mai (13 bis 18 Uhr). Salzmann, 1943 in Saalfelden geboren, besuchte in Wien die Kunstakademie. In seiner Studienzeit besuchte er Paris. Das Flair und der Zauber dieser Stadt haben ihn bis heute nicht losgelassen.

Auf Schloss Fischhorn werden sechzig Bilder präsentiert. Etwa ein Drittel davon stammt von der Tochter Salzmanns, der in Nizza als Professorin an der Kunstakademie tätigen Nives Salzmann.

Salzmann soll in der Region dauerhaft ein Thema werden. Es gibt konkrete Gespräche darüber, ihm in seinem Geburtsort Saalfelden eine eigene Abteilung im Museum am Ritzen zu widmen. Im Salzburg Museum gibt es im 3. Obergeschoß der Neuen Residenz bereits seit Jahren den Gottfried-Salzmann-Saal.

Die aktuelle Ausstellung in Bruck ist so außergewöhnlich wie der Rahmen, in dem sie stattfindet. Schloss Fischhorn befindet sich im Privatbesitz. Dem Zeller Galeristen Roman Holleis gelang das Kunststück, die Besitzerfamilie dafür zu gewinnen, die Pforten des Schlosses mehrmals pro Jahr für Ausstellungen zu öffnen.

Fischhorn wurde 1918 von der Bremer Kaufmannsfamilie Gildemeister erworben. 1920 zerstörte ein Brand wesentliche Teile des Anwesens. Heinrich Gildemeister ließ es wiederherstellen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde die Familie Gildemeister enteignet. Die Nationalsozialisten übernahmen sowohl das Schloss als auch die dazugehörenden Gebäude der Forstverwaltung und der Landwirtschaft.

Es entstand ein SS-Stützpunkt. Und zwar als Außenstelle des KZ Dachau. Im Mai 1945 wurde „Reichsmarschall“ Hermann Göring durch US-Soldaten in Fischhorn gefangen genommen. Heute befindet sich Fischhorn wieder im Besitz der Familie Gildemeister. In Übereinkommen mit ihr wird Galerist Roman Holleis weiterhin Ausstellungen organisieren.

Seine RHE Galerie in Zell am See sperrt Holleis mit Jahresende aber zu. „Die Gästeklientel hat sich so massiv verändert, dass es wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht“, erklärte er den SN. Das heißt im Klartext? „Das enorme Gästeaufkommen aus dem arabischen Raum hat die früheren Stammgäste abwandern lassen.

An Antiquitäten, Möbeln und Bildern haben die arabischen Gäste kein Interesse.“

Kultur / 10.05.2011 10.05.2011 / Print

 
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