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Masse und Individuum

Die Sommerausstellung im Bozner Museion bezieht heuer die ganze Stadt mit ein.

BOZEN (e.m.). Unter den neun "Zweigstellen" scheinen die Galerie Museum, die Uni und die Eurac auf, aber auch Lido, Herzogspark und Bahnhof. Thema der von Sergio Risaliti kuratierten Ausstellung ist das Begriffspaar "Vielheit - Vereinzelung" und versammelt Beiträge von 33 KünstlerInnen: betont international, mit auffallend vielen engagierten Positionen, die den Widerstand gegen Globalisierung, Mediendominanz, soziale Vorurteile und kapitalistische Auswüchse thematisieren.

Die gezeigten Objekte sind teilweise umfangreich, Raum-Architekturen, die das individuelle "Cocooning" zelebrieren (Atelier van Lieshout, Andrea Zittel, Luca Vitone, Costa Vece) oder multimediale Installationen, die das Erlebnis der Menge einfangen (Stalker, Elisabetta Benassi, Tungsteno Crew). Kritische Denkanstöße kommen vielfach von Künstlern, die aus Überlebens- oder Zensurgründen ihre Heimat verließen (Adrian Paci, Anri Sala, Absalon).

Die Konfrontation Masse - Individuum wird vor allem mit Hilfe von Video-
filmen vergegenwärtigt (Francis Alÿs, Kim Sooja, Domenico Mangano) und natürlich greift diese anklagende Kunst Kriegsaktionen ebenso auf (Mohammed Bakri, Marco Vaglieri) wie Armut und Ausgrenzung (Melik Ohanian, Hassan Khan) oder die bedrohte Natur (Armin Linke, Henrik Håkansson).


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Museion Bozen; bis 31. August, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr
2003-07-30 16:31:01