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Kultur 

Baby you can drive my car

Tone Finks "Carwalk" wurde gestern Abend im Kunsthaus Bregenz eröffnet

VON ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) Von den Billboards nimmt man ein Lächeln mit und angesichts der Kunsthausfassade, der Tone Fink ein neues Kleid "verzeichnet" hat, gerät man ins Staunen. Damit wäre der Anspruch, den Fink an seine Kunst stellt, eigentlich schon erfüllt.

Doch "Carwalk" im Inneren des KUB sollte man sich trotzdem nicht entgehen lassen, denn: Heiterkeit und Staunen sind steigerungsfähig.

Als dritter Künstler hat Tone Fink, kurz vor seinem 60. Geburtstag springlebendig und umtriebig wie eh und je, ein Konzept für die neue Programmschiene des Kunsthauses, die KUB Arena, entwickelt. Mit einem weit verästelten Werk, das ihn als Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler ausweist, das in den Raum ausgreift und in seiner Person immer wieder zusammenläuft, scheint er geradezu prädestiniert an dieser Schnittstelle von Innen und Außen einzugreifen.

Urmedium Zeichnung

Mit einer Auswahl großformatiger Zeichnungen auf Papier, seinem "Urmedium seit vierzig Jahren" (Fink), stellt sich der in Wien und Vorarlberg lebende Künstler ziselierend, strichelnd, aber auch (Papier)reißerisch, ritzend, schneidend und klebend vor. Dass Fink-Ausstellungen nicht nur Spaß machen, sondern auch Licht in die verworrene Kunst-Leben-Beziehung bringen, beweist einmal mehr "Carwalk". Der Titel verweist zwar auf die spielerische Handlungs- und Prozesshaftigkeit der fragilen und taktilen Objekte, doch ist man geneigt, das Ganze in "Carpark" umzubenennen, hat sich doch im KUB-Foyer ein veritabler Fuhrpark versammelt.

Die Bewegungs- bzw. Transportmöglichkeiten reichen vom entzückend bunten Schaukelpferd bis hin zu den eigens für Bregenz gebauten fahrbaren Untersätzen wie dem "Windschmeichler", dem "Allafantreitroller" oder der "Kistenkarrenwalze". Vom Meister eigenhändig mit meterweise Himalaya-Papier oder dem Urbrei Papiermaché überzogen kann gemäss der Fink'schen Maxime "Fahren bringt Erfahrung" der Großteil benutzt werden, während einige wenige, weich-sensible Objekte nur Hautkontakt, sprich ein sanftes Darüberstreichen mit der Hand, zulassen. Wegfahren kann man damit nur in Gedanken, auf den Lippen den Beatles-Hit "Drive my Car".

My Home is my Body

Ansonsten sieht sich der Meister gerne im direkten "Wettstreit" mit den Objekten. "Ich muss meinen Körper spüren. Bewegung ist mein Leben", so Fink. Und: "My Home is my Body." Ein Körper, der aus diversen Einsätzen am Objekt, an Performances und zuletzt der "strichgetanzten" 550 Quadratmeter Arbeit für die gläserne KUB-Außenhaut zwar gestählt hervorgeht, aber manchmal auch seine Grenzen erfährt, so dass ihm seine Frau deswegen geraten habe, ab 60 mehr mit dem Kopf zu arbeiten, erzählt Fink schmunzelnd. Irgendwie verständlich, aber wäre doch schade, denn wir wollen weiter rollen, liegen, sitzen und ziehen.

"Carwalk" von Tone Fink ist im Kunsthaus Bregenz bis zum 18. Jänner zu sehen, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18, Donnerstag 10 bis 21 Uhr.

Veritabler Fuhrpark im Foyer des Kunsthauses Bregenz. (Foto: KUB)

Tone Fink: Springlebendig und umtriebig wie eh und je. (Foto: KUB)




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