Kultur/Medien | 31.08.01 | www.DiePresse.at
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AUSGESTELLTvon Johanna Hofleitner

WUK Projektraum. Eigentlich kommt Barbara Graf von der Malerei. Ihr Interesse an der menschlichen Figur und Anatomie führte sie jedoch bald dazu, daß sie ihre Kunst aus Stoff nähte - womit sie viel näher an der Skulptur ist als am Ausgangspunkt Malerei. Im Rahmen des Projektes "ChinA - Schweiz in Österreich" präsentiert sie nun "anatomische Gewänder und Körperobjekte". Wie Gliederpuppen, Sichelmänner oder Astronautenanzüge hängen sie nun im Raum, begleitet von Taschen, Skizzen und Photo-Dokumentationen, die allesamt auf ihre potentielle Verwendbarkeit als unorthodoxe Kleider für kurze Augenblicke verweisen (IX., Währinger Straße 59; bis 31. August). Galerie Lang. "4 mal 3" ist eine Ausstellung von vier jungen Künstlern mit je drei Bildern auf je einer von vier Wänden. Dem strengen Ausstellungskonzept entsprechen die malerischen Entwürfe: da gibt es vornehm-zurückhaltende Stilleben von Luise Hofer und hart gemalte Realitätsausschnitte von Stephan Hafner. Eher bieder kommen die mit ästhetischer Theorie überfrachteten blau-rosa Blumen- und Frauenbilder von Irmgard Sitter daher. Um so vielversprechender ist Stefan Waibel: In seinen Bildquadraten lotet er den Grat zwischen Reduktion und Poesie aus (I., Seilerstätte 16; bis 1. September).
Kunsthalle Wien, Außenraum. Auf der Suche nach alternativen Schauplätzen hat die neue Kunsthalle ihre rückwärtige lange rote Ziegelwand mit 44 Schaukästen bestückt, auf daß dort kleine serielle Kunstprojekte realisiert werden mögen. Den Beginn macht der Tiroler Photograph Paul Albert Leitner. Pur, direkt, ungeschönt präsentiert er dort ein Kapitel seines photographischen Romans "Kunst und Leben". "Tiere" heißt es, und mehr als vom Leben handelt es von der Vergänglichkeit, vom Tod und vom Verhältnis der Menschen zum Sterben der Tiere. Leitner hat diese Bilder mit dem ruhigen Blick des Dokumentarphotographen aufgenommen. Um so eindringlicher aber lotet er unser Gefühlsspektrum aus, in jenem Augenblick, wo wir erkennen, daß kein Leben mehr ist (VII; bis 16. September). Otto-Wagner-Pavillon. "Blickfang Karlsplatz. Fotografien 1880-1960 aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien" heißt etwas irreführend ein sentimentaler, bisweilen auch nüchterner Rückblick auf die bauliche Entwicklung des Karlsplatzes. Irreführend ist der Titel schon deshalb, weil sich Freunde der Photogeschichte, angelockt durch den Titel, gewiß etwas Exquisiteres als vierzig relativ billige Reproduktionen historischer Aufnahmen erwartet hätten, von denen die meisten wie Postkarten anmuten. In die Irre geleitet dürften sich aber auch jene fühlen, deren Interesse dem Städtebau gilt, die sich etwa genauer mit Otto Wagners unrealisierten Konzepten für den Karlsplatz befaßt hätten. Denn die Motive sind bestenfalls Veduten aus acht Jahrzehnten, die zeigen, daß der Karlsplatz einmal anders ausgesehen hat als speziell zum jetzigen Zeitpunkt, wo alles voller Baustellen und Absperrungen ist - über das warum aber erfährt man hier schon gar nichts. Schade um die verschenkte Möglichkeit (IV., Karlsplatz; bis 2.September).

© Die Presse | Wien
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