Albertina: Hollein-Projekt kommt doch

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Wende im Streit um die architektonische Neugestaltung der Albertina: Nachdem Donnerstag Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder die Verhandlungen mit dem "Albertinakeller"-Betreiber für gescheitert und den von Hans Hollein geplanten Umbau damit für undurchführbar erklärt hatte, hat ein mehrstündiges Gipfelgespräch der Beteiligten beim Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Nettig (V), überraschend doch den Weg für das Hollein-Projekt frei gemacht: "Wir haben uns geeinigt", so Schröder heute Mittag. "Es ist kein Kompromiss, denn wir haben eine vollkommen neue Lösung gefunden."

Sowohl die Albertina als auch "Albertinakeller"-Betreiber Josef Bitzinger verzichten auf jegliche finanzielle Ansprüche gegenüber der anderen Partei. Der umstrittene 25 Quadratmeter große Abstellraum wird von Bitzinger geräumt und kann in den Umbau mit einbezogen werden. Die Trennwand zwischen Foyerbereich und dem geplanten neuen Lokal soll nun aus geätztem Glas bestehen. Schröder: "Das ist ein Durchbruch in der Frage der Ästhetik. Undurchsichtige und durchsichtige Teile werden in dynamischen Rhythmus abwechseln."

Moderne Cafeteria

Dies würde hervorragend zu Holleins Konzept und insbesondere zu dem geplanten Flugdach auf der Rampe passen. Der Architekt habe sich, meinte Schröder, auf einer Zwischenlandung während eines Fluges von Frankreich nach Österreich immer wieder in die Gespräche eingeschaltet und sei sehr zufrieden mit der nun gefundenen Lösung. Hollein werde auch, so Josef Bitzinger, die Einrichtung des etwas mehr als 100 Quadratmeter umfassenden Lokals übernehmen, die der "Albertinakeller"-Betreiber als "moderne Cafeteria" führen will: "Es wird ein ganz eigenständiger Betrieb, es wird lediglich gemeinsame Personalräume geben."

Beide Kontrahenten lobten die Mediator-Qualitäten Nettigs (Schröder: "Er hat gesagt, wir stehen hier nicht eher auf, bis wir eine Lösung gefunden haben"; Bitzinger: "Der Wunsch, etwas Gemeinsames zu gestalten, ist im Vordergrund gestanden"), der auch versprochen habe, sich gemeinsam mit städtischen Politikern einzuschalten, um für das Umbau-Projekt trotz des versäumten Einreich-Termins eine rasche behördliche Bewilligung zu erhalten. "Ich bin glücklich und erleichtert", so Schröder, "das Hollein-Projekt kann nun doch uneingeschränkt verwirklicht werden."

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