Oberhuber-Ausstellung im Kunsthaus "muerz"

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Eine Auswahl aus dem Zyklus "Geschriebene Bilder" von Oswald Oberhuber zeigt das Kunsthaus "muerz" in Mürzzuschlag von 28. Juni bis 21. Juli. Die rund 40 Schriftbilder wurden teilweise bereits 1999 im Wiener MAK gezeigt, wo sich eine Ausstellung erstmals umfassend mit diesem speziellen Aspekt des Schaffens Oberhubers beschäftigte. Für Mürzzuschlag wurde nun eine kleinere Schau gemeinsam mit dem Künstler arrangiert.

Oswald Oberhuber, 1931 in Meran geboren, zählt zu den vielseitigsten Persönlichkeiten des österreichischen Kulturlebens, der sich der Fülle aller möglichen ästhetischen Strategien bedient hat. Sein Oeuvre reicht von unzähligen Zeichnungen und Leinwänden, Plastiken, Keramiken über Modellkleider, Bühnenbilder und Teppichentwürfe zu Möbel, Möbelskulpturen und einem Wohnhaus.

Ende der fünfziger Jahre kreierte er "Die Theorie der permanenten Veränderung" und plädierte darin, jegliche Stilbildung in der Kunst aufzugeben. Die Schriftbilder, die sich wie ein roter Faden durch eine Arbeit von fünf Jahrzehnten ziehen, die, wie der Künstler meint, immer als Nebenprodukt entstanden sind, können aber als Retrospektive gelesen werden, die bei den vielen Facetten des Werks eines alle Artikulationsmöglichkeiten der Kunst abklopfenden Künstlers gar nicht möglich erscheint.

Von frühen unter den Eindruck von Surrealismus und Tachismus entstandenen Schriftbildern, von Beziehungen zum Dadaismus und zur Collage, von engen Nachbarschaften zur Wiener Gruppe bis zu konzeptionellen Untersuchungen des Verhältnisses von Sprache und Bild finden sich praktisch alle Ansatzpunkte zum Thema Schrift und Bild, Text und Textur, Zahlenbilder, Rasterbilder, Schrifttücher, Schriftfahnen, Bildroman, Kalligraphie, Raster, Druck und Handschrift.

Zuletzt geriet Oberhuber durch einen Kunstfälscherprozess in die Schlagzeilen. Der ehemalige Rektor der "Angewandten" in Wien hatte als Sachverständiger dem Wiener Galeristen Julius Hummel die Echtheit des sogenannten Wiener "Werkblocks" von Joseph
Beuys bescheinigt. Der zehnjährige Rechtsstreit war durch ein Oberstgerichtliches Urteil beendet worden. Demzufolge darf Oberhuber nicht mehr behaupten, er habe die Werke dem Galeristen Hummel nicht übergeben. Und er darf nicht mehr behaupten, er wäre nicht in der Lage, zur Echtheit der Werke Stellung zu nehmen.

Tipp:

Ausstellung "Oswald Oberhuber. Geschriebene Bilder", Galerie Kunsthaus muerz, 8680 Mürzzuschlag, Wienerstraße 54, Tel. 03852/ 56 2000, 27.6. bis 21. Juni, Do - Sa 10.00 - 18.00 Uhr, So 10.00 - 16.00 Uhr, freier Eintritt - Eröffnung Do, 27.6., 19.30 Uhr.
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