Voller Krieg, Verletzungen und Unterdrückung ist die
Welt. Täglich bekommt man die Bilder davon frei Haus geliefert - die
Massenmedien machen es möglich. "Diese bedrückende Wirklichkeit der
Menschen darzustellen und zu erklären, war immer eine der Aufgaben der
Kunst", meint Staatssekretär Franz Morak. So rief er die Initiative "Kunst
gegen Gewalt" ins Leben.
In deren Rahmen wird derzeit die Schau "Gewaltbilder",
ein komprimiertes Gastspiel einer Ausstellung des Zürcher Museums
Bellerive, im Wiener Museumsquartier gezeigt. Eine knappe Variation in
Photo und Video zur Frage über die Darstellbarkeit von Gewalt.
Breda Beban läßt in ihrem Video Chet Bakers "Let's Call
it Love" auf dem Plattenteller kreisen, überlagert den Song mit den
Geräuschen von Düsenjets, bis diese über Serbien fliegend ins Bild kommen.
Lucinda Devlins "The Omega Series" war - weit ausführlicher - auch auf dem
"Plateau der Menschheit" der letzten Biennale in Venedig zu sehen:
Schaurig nüchterne, klinische Aufnahmen von Hinrichtungsstätten in
US-Gefängnissen.
"Sectarian Murder" nennt Paul Seawright die von ihm ins
Kamera-Visier genommenen Orte, an denen Morde passiert sind. Hollywoods
Filmgewalt, stellt Christoph Draeger in seinem Video "Feel Lucky Punk??!"
sequenzartig aus und mischt sie mit nachgestellten Laienszenen. Das
Sterben durch Bauchschuß, das Alexander Périgot ins seinem Video "Kill
Kill Choréographie" von Schauspielschülern darstellen läßt, erinnert dann
an das Indianerspiel von Kindern. Fünf Positionen, fünfmal zum Thema
Sterben. Die Ausstellung möchte zum Denken anregen.
Ebenso wie das Galerienprojekt "Kontext: Krieg". 16
Wiener Galerien zeigen in der Sommerpause, von 1. bis 31. August,
ihren künstlerischen Beitrag gegen die Gewalt.
Eingegliedert ist dies in über fünfzig bisherige und
zukünftige Projekte unter dem "Kunst gegen Gewalt"-Dach: Demnächst etwa
die Jazz-Reihe "A Tribute to Pirchner", in Salzburg stellt man Mozarts
"Entführung" unter das Motto, Architektur-Projekte, das Philosophicum Lech
und ein Aktionstag der Wiener Sängerknaben folgen, bevor am
28. Februar 2003, am Tag nach dem Opernball, in der Staatsoper eine
"Zauberflöte" für Kinder den vorläufigen Höhepunkt bildet. mus
"Gewaltbilder", MQ, Fischer-von-Erlach-Trakt: Bis
25. August, täglich 10 bis 19 Uhr.
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