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06.11.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung
Kunstraum

MEZZANIN: ROSA KÜHE

Déjà-vue-Erlebnisse treten auf, wenn man in einen Raum zugepflastert mit rosa Kühen auf gelbem Grund tritt. Andy Warhol? Abseits des Mumoks, wo der Pop-Art-Star mit monumentalen Gemälden vertreten ist? Die Inszenierung ist konsequent und präzise, aber kein echter Warhol - oder doch ein wenig? Elaine Sturtevant ist die Künstlerin, die hier Hand angelegt hat. Ihr primäres Konzept ist das der direkten Übernahme bereits vorhandener Kunst. Diese Aneignung geht in manchen Werken soweit, dass ihr Warhol etwa die eigenen Siebe für die Flowers-Bilder geborgt hat, im Sinne des Factories-Gedanken und der Verbreitung seines Mythos. Vor allem dieses Phänomen interessiert Sturtevant - beim Betrachter Fragen des Originals auszulösen. Neben den Warhol-Siebdruckarbeiten überzeugen weiters Jasper-Johns-Paraphrasen. Aus der Distanz sind die Zahlen- und Nummern-Bilder schwer von echten Johns-Ikonen zu unterscheiden, in der Nähe wirken sie viel flacher, nicht so organisch. Eine exquisite Schau der Grand Dame der Kontext-Kunst. (VII., Karl Schweighofergasse 12; bis 22. November)

GALERIE KRINZINGER: BRIT-POP

Angela de la Cruz schafft voluminöse Gebilde, die im Begriff sind, die Wand zu verlassen, oder sich bereits von der traditionellen Applikationsfläche des Tafelbildes gelöst haben. Gleich organischen Wesen besetzen sie den Ausstellungsraum. Dabei kann man ein wenig an Claes Oldenburgs environmenthafte Pop-Art-Gebilde denken, besonders an seine verfremdeten Alltagsgegenständen aus Gummi. Auch der Nouveau Réalisme ist im Bezug auf die Dekonstruktion, die Cruz Arbeiten durchaus innewohnt, zu spüren. Sie häutet regelrecht den Keilrahmen, stülpt die schwere monochrom gemalte Leinwand von ihrem Träger. Im linken Galerietrakt wird eine lebendige Auswahl an Werken von britischen Künstlern gezeigt, in Kooperation mit dem Modern Institute, Glasgow, unter der Kuratorenschaft von Toby Webster. Von den subtil figurativen Zeichnungen von Andrew Kerr in Anlehnung an Alex Katz bis zu zarten geometrischen Raumzeichnungen von Hayley Tompkins. Duncan MacQuarries Bilder changieren zwischen Piktogramm und freier abstrakter Malerei. (I., Seilerstätte 16; bis 15. November)

CHURHAUS ST. STEPHAN: LINIEN

Hannes Mlenek vereint in seiner riesig angelegten Leinwandarbeit Intimes mit Monumentalem. Kräftige schwarze, informelle Linien verdichten sich zu Ansätzen von Körperbezogenem, wie Finger, Füße, Köpfe. Manchmal scheinen die Linien trotz der unmittelbaren Setzung ein wenig ins allzu Souveräne, Manieristisch-Automatisierte zu kippen. (I., Stephansplatz 3, bis 3. 12.) Florian Steininger

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