Künstlersozialversicherung: Positive Drei-Jahres-Bilanz
Fonds soll ausgeweitet werden
Seit 1. Jänner 2001 arbeitet der
Künstlersozialversicherungsfonds (KSVF). Für Kunststaatssekretär Franz
Morak sind die vergangenen drei Jahre eine Erfolgsgeschichte. Gemeinsam
mit KSVF-Geschäftsführer Franz Leo Popp zog er am Freitag in einer
Pressekonferenz eine Zwischenbilanz und meinte: "Meine Erfahrungen sind
sehr, sehr positiv!" Dank der Rücklagen, die der Fonds gebildet habe, sei
"jetzt der Zeitpunkt, um über eine Ausweitung des Fonds nachzudenken."
Konkret ist geplant, die Obergrenze für den Beitragszuschuss von 872 Euro
auf 1.000 Euro anzuheben. 0,25 Euro zahlen die
Kabelrundfunkanlagenbetreiber pro Teilnehmer und Monat ein, 8,72 Euro pro
Satellitenreceiver die Importeure der Anlagen. Das ergab in den drei
Jahren eine durchschnittliche Fonds-Dotierung von 5,36 Mill. Euro - Geld,
das den Künstlern zusätzlich zum Kunstbudget zugute komme, betonte der
Staatssekretär: "Das ist mir besonders wichtig: Damit bleibt uns mehr Geld
für die Kunstproduktion!" Mit der Ablehnung zweier VfGH-Beschwerden stehe
der Fonds auf gesicherter Grundlage. Zwischen 1. Jänner 2001 und 31.
Dezember 2003 wurden 7.156 Anträge eingereicht. 5.096 Anträge wurden
positiv beschieden, 1.035 wurden abgelehnt, der Rest sei in Bearbeitung
oder zurückgezogen worden. Rund ein Drittel der Ablehnungen sei auf
negative Gutachten der für die inhaltliche Prüfung zuständigen Kurien
zurückzuführen, erläuterte Popp. "Eine ,echte'
Künstlersozialversicherung ist immer noch weit von der Realisierung
entfernt", kritisiert dagegen SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen in
einer Aussendung. Die Künstlersozialversicherung bestehe noch immer nur
aus einem Zuschuss zur Pensionsversicherung. Begrüßt wurde dagegen die
Aufstockung der Zuschussobergrenze von der Kultursprecherin der Grünen,
Eva Glawischnig. Allerdings kritisierte sie das Fehlen weiterer
Reformvorhaben: "Wenn das der vollmundig angekündigte zweite Schritt zum
Ausbau der sozialen Absicherung von KünstlerInnen sein soll, so ist das
entschieden zu wenig."
Erschienen am: 12.01.2004 |
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