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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
19.02.2004
12:56 MEZ

Foto:  APA/epa/JOHNNY EGGITT
Whitechapel Gallery, London 1997: Francis Alys zum Thema Originalität (Ausschnitt)

Pfauenvögel "nach Gutdünken"
Erstmals vergebener hochdotierter Kunstpreis "blueOrange" an den Belgier Francis Alys

Berlin - Der erstmals verliehene internationale Kunstpreis "blueOrange" geht an den in Mexiko-Stadt lebenden belgischen Maler und Konzept-Künstler Francis Alys. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, der den Preis mit 77.000 Euro dotiert hat, am Donnerstag in Berlin mit. Alys war zur Preisverleihung an die Spree gekommen. Er soll von der Preissumme 7000 Euro an einen von ihm ausgewählten Nachwuchskünstler weitergeben.

Pfauenvögel "nach Gutdünken"

Der 1959 in Antwerpen geborene und als Ingenieur und Architekt ausgebildete "Ideen-Produzent" Alys beschäftigt sich in seinen Werken immer wieder mit dem öffentlichen Raum, ohne raumgreifende Skulpturen oder Installationen zu hinterlassen. Er arbeitet mit Performances, Zeichnungen, Fotoserien, Videos und auch figurativer Malerei. Mal schiebt er einen Eisblock durch die Stadt, bis dieser geschmolzen ist. Mal läuft er mit einer Waffe durch die Straßen, bis die Polizei ihn festnimmt. Oder er setzt, wie auf der Biennale in Venedig, wunderschöne Pfauen aus, "die nach Gutdünken den eitlen Auftrieb der Kunstszene kreuzen", wie die Jury in Berlin betonte. Seine Arbeiten waren zuletzt im Kunsthaus Zürich oder im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.

Die Preisverleihung in Berlin ist mit einer Ausstellung verbunden, die Alys im Martin-Gropius-Bau Ende September einrichten kann. Alys konkurrierte mit sechs anderen international bedeutenden Künstlern, die von der Jury aus 170 von Kunstexperten aus aller Welt empfohlenen Kandidaten ausgewählt wurden. Zu den Juroren gehören unter anderem Klaus Biesenbach, Chefkurator der P.S.1/MoMA in New York und Künstlerischer Leiter Kunst-Werke Berlin und der Rektor der Städelschule in Frankfurt am Main, Daniel Birnbaum. (APA/dpa)


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