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| 12.09.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerie Hofstätter: Heu-Hacken - Krobath Wimmer: Licht-Wolken | ||
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"Wenn der Künstler heute wirklich noch etwas zu sagen
hat, dann wird er schreien müssen, damit man ihn zur Kenntnis nimmt",
notierte Adolf Frohner 1962. Gemeinsam mit Otto Mühl suchte er Anfang der
Sechzigerjahre Wege zur Überwindung des Tafelbilds. Die Galerie Hofstätter
bietet nun eine beeindruckende Auswahl an Frühwerken direkt aus Frohners
Besitz an. Darunter auch eine der legendären Gerümpelplastiken von 1961
(35.000 €), als dunkle Ballung von Holz, Tauen und Metall damals ein
Schlag ins Gesicht der Wotruba-Schule. Fotos dokumentieren, wie diese
radikalen Skulpturen in Mühls Perinetkeller präsentiert wurden und wie das
Publikum auf die Aktionen der "Blutorgel" reagierte. Die
destruktiv-schöpferische Dynamik ist den Aktionsplastiken bis heute
anzusehen, Titel wie "Dem Bild die Gedärme herausreißen" (48.000 €)
erzählen davon. Da steckt noch die Hacke in Holz und Heu von "AMVX", die
vielleicht der Arbeit "Die geplatzte Haut" die Wunde zugefügt hat. Es kann
nur an einer fahrlässigen Unterschätzung von Frohners aktionistischen
Wurzeln liegen, dass solche Arbeiten noch nicht im Museum sind. (Bis
30. 9., Bräunerstr. 7, Wien 1) Krobath Wimmer: Licht-WolkenDie diffusen Reflexionen schimmern in Silber, Gelb und
Zyklam. Ein bisschen scheint es, als würde man Wolken sehen. Dabei besteht
die Wandarbeit "point of view" (25.000 €) von Brigitte Kowanz nur aus drei
grauen, rechteckigen Platten, die mit Reflexionsfolie überzogen sind. Die
malerischen Erscheinungen auf den bildlosen Tafeln haben wesentlich mit
der Lichtquelle "information" (15.400 €) zu tun. Dieser in Stahl gefasste
Lichtstrang führt vom Boden bis zur Decke, ein Hitze- und Blendkörper,
dessen verschiedenförmige Öffnungen zusehends ineinander fließen. Als
dritte Lichtarbeit steht der titelgebende Glaskubus "mentale Räume -
fließende Ereignisse" (40.700 €). Im Vergleich zu den anderen Arbeiten
wirkt dieses Neonobjekt jedoch wuchtig und antiquiert. In die geistigen
Sphären will die Plastik ob der schweren Metallteile nicht abheben, ein
Ereignis-charakter wird von der Vielteiligkeit konterkariert; das hätte
man technisch eleganter lösen können. Bleibt noch die Botschaft in
Morsealphabet zu entschlüsseln, die Kowanz mit Aluplatten in Form von
Strichen und Punkten an den Besucher richtet. Auch bei dieser Message
bleibt sie in ihrem lichtbezogenen Medienkreis: "reflect". (Bis
22. 10., Eschenbachg. 9, Wien 1) Nicole Scheyerer |
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