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Kultur 

HINTERGRUND: Christa Dietrich zur Suche nach einer neuen Leitung für das Vorarlberger Landesmuseum

Erst der Kopf, dann das Konzept

Die Diskussion zum Museumskonzept ist man noch schuldig.

Helmut Swozilek, Leiter des Vorarlberger Landesmuseums, ist ein Fachmann, der die Dinge bislang ruhig anging. Damit ist nicht das Tempo gemeint, sondern die Lautstärke. Man hat in den letzten Jahren zahlreiche gute Ausstellungen erarbeitet, angekündigt, eröffnet, betreut. Das Procedere blieb bekannt und unverändert.

Überrascht hat hingegen die Verlautbarung, dass Swozilek sein Amt mit Ende des Jahres zurücklegt, in den Ruhestand tritt. Früher als absehbar hat die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft, der das Museum angehört, für eine neue Leitung zu sorgen. Bis 12. Dezember läuft die Ausschreibung, Ende Jänner findet ein Hearing statt, bis Ende 2006 soll der Posten besetzt sein.

Kein Wunder, dass sich nun da und dort Stimmen und Fragen nach dem eigentlichen Museumskonzept regen. Die Verantwortlichen rücken das kryptische Schriftstück nicht für jedermann heraus. Erst Bewerber, die in die engere Wahl kommen, haben sich damit auseinanderzusetzen.

Diskussion möglich

Wirklich zu spät? Wer am Vorarlberger Kulturgeschehen in den letzten Jahren teilhatte, dem dürfte nicht entgangen sein, dass das Landesmuseum Knackpunkt Nummer eins ist. Über Um- und Ausbau wird seit Jahren verhandelt, auch über die Aufteilung und Präsentation der Sammlung, über die Ausgliederung einzelner Teilbereiche und über die Einrichtung einer Landesgalerie (mit dem Kunsthaus ging man ja andere - die richtigen - Wege).

Es gab Zeit genug, sich in die Diskussion einzubringen bzw. sie in aller Öffentlichkeit zu fordern. Während wertvolle Kunstschätze des Museums vor sich hinmodern (wobei Swozilek das Aufzeigen des Missstandes keineswegs versäumte), schlief aber auch diese Diskussion ein, bevor sie so richtig in Gang kam. Grund dafür mag sein, dass Vorarlberger Kunsthistoriker, Volkskundler, Historiker etc. anderswo auf wichtige Posten kamen und kaum Energie frei hatten, sich mit der anstehenden Neuorientierung des Landesmuseums zu beschäftigen.

Vielleicht hat die Ausschreibung sowie die Aussicht auf einen konkreten Ausbaubeginn auch da rauf aufmerksam gemacht, dass man nun in eine heiße Phase kommt.

Fest steht, dass die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft und damit das Land nicht nur eine Person mit Fachwissen im kulturellen wie im Management-Bereich sucht, sondern, dass es auch jemand sein muss, der bereit ist, sich auf eine breit geführte Diskussion einzulassen.

Die gesamte Museumslandschaft Vorarlbergs mit vielen Kleinbetrieben in die Grundsatzdiskussion über die Aufgabeneinteilung einzubeziehen, wird zudem unerlässlich sein.

Fehler vermeidbar

Und jeder in Vorarlberg weiß, dass sich ein Fehler nicht wiederholen darf. Inhaltlich hat die "inatura" in Dornbirn im Vergleich zu ihrem Vorgänger, der Naturschau, einen enormen Aufschwung erfahren, organisatorisch herrschte das größte Desaster.

Sicher nicht im besten Zustand: Kunstsammlung im Vorarlberger Landesmuseum. (Foto: Shourot)




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