Kulturpolitik

Staatsateliers im Prater werden revitalisiert

04. August 2010, 16:53
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Tausende Objekte für ein Hrdlicka-Museum: Angelina 
Siegmeth-Hrdlicka muss das Staatsatelier bis Jahresende geräumt haben
Wien
 - 1964 vertrat der Bildhauer Alfred Hrdlicka zusammen mit dem Maler 
Herbert Boeckl Österreich bei der Biennale Venedig; zwei Jahre später 
durfte er ein 435 Quadratmeter großes Staatsatelier im Wiener Prater 
beziehen. Dort arbeitete Hrdlicka bis zu seinem Tod am 5. Dezember 2009.
Seine
 Witwe, Angelina Siegmeth-Hrdlicka, steht nun vor gröberen Problemen. 
Denn die Bundesimmobiliengesellschaft als Eigentümerin der Liegenschaft 
lässt ihr nur bis Jahresende Zeit, das Atelier zu räumen. Sie weiß aber 
nicht, wohin. Zum Nachlass gehören viele Skulpturen: "Die kann ich nicht
 in eine Wohnung stellen" , sagt die Witwe. "Alfred hat ja keine 
Miniaturen hergestellt."  Zudem gibt es etwa 1300 Radierplatten - "die 
kann ich doch nicht einschmelzen!"  - und eine umfangreiche Bibliothek: 
"Die muss erhalten werden, damit die Studenten forschen können!"  
Im
 Zuge der Ausstellung Schonungslos mit frühen Arbeiten Hrdlickas,
 die bis 19. September in der Orangerie des Belvedere zu sehen ist, 
regte Angelina Siegmeth-Hrdlicka an, das Atelier in ein Museum 
umzuwidmen. Doch das kann sich die Kulturministerin Claudia Schmied 
(SPÖ) nicht vorstellen: Die insgesamt zwei Gebäude sollen wieder "ein 
lebendiger Ort"  werden, Hrdlickas Atelier will man in kleinere 
Einheiten für drei oder vier Künstler aufteilen.
Siegmeth-Hrdlicka
 will den Nachlass "im Sinne Alfreds"  zusammenhalten, auch wenn es für 
sie eindeutig lukrativer wäre, die Werke Zug um Zug zu veräußern: "Aber 
es wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern, bis in Wien die Einsicht 
einkehrt, dass ein solches Museum eine schöne Sache wäre."  Gespräche 
mit der Stadt Wien fruchteten nichts. Kulturstadtrat Andreas 
Mailath-Pokorny (SP) ließ auf Anfrage des Standard bloß ausrichten, dass
 ein solches Projekt "noch nicht an ihn herangetragen worden"  sei. 
Belvedere-Chefin Agnes Husslein bekundete zumindest Interesse am 
Nachlass, es seien aber bis dato keine Verhandlungen geführt worden.

 Um Druck zu machen, schlug Angelina Siegmeth-Hrdlicka nun Berlin als 
Standort für das Museum vor. Denn Hrdlicka lehrte von 1986 bis 1989 an 
der dortigen Hochschule der Künste. Mehr als ein Wunschtraum ist das 
Projekt aber derzeit nicht. (trenk) - Foto: APA


    Tausende Objekte für ein Hrdlicka-Museum: Angelina Siegmeth-Hrdlicka muss das Staatsatelier bis Jahresende geräumt haben

    Wien - 1964 vertrat der Bildhauer Alfred Hrdlicka zusammen mit dem Maler Herbert Boeckl Österreich bei der Biennale Venedig; zwei Jahre später durfte er ein 435 Quadratmeter großes Staatsatelier im Wiener Prater beziehen. Dort arbeitete Hrdlicka bis zu seinem Tod am 5. Dezember 2009.

    Seine Witwe, Angelina Siegmeth-Hrdlicka, steht nun vor gröberen Problemen. Denn die Bundesimmobiliengesellschaft als Eigentümerin der Liegenschaft lässt ihr nur bis Jahresende Zeit, das Atelier zu räumen. Sie weiß aber nicht, wohin. Zum Nachlass gehören viele Skulpturen: "Die kann ich nicht in eine Wohnung stellen" , sagt die Witwe. "Alfred hat ja keine Miniaturen hergestellt." Zudem gibt es etwa 1300 Radierplatten - "die kann ich doch nicht einschmelzen!" - und eine umfangreiche Bibliothek: "Die muss erhalten werden, damit die Studenten forschen können!"

    Im Zuge der Ausstellung Schonungslos mit frühen Arbeiten Hrdlickas, die bis 19. September in der Orangerie des Belvedere zu sehen ist, regte Angelina Siegmeth-Hrdlicka an, das Atelier in ein Museum umzuwidmen. Doch das kann sich die Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) nicht vorstellen: Die insgesamt zwei Gebäude sollen wieder "ein lebendiger Ort" werden, Hrdlickas Atelier will man in kleinere Einheiten für drei oder vier Künstler aufteilen.

    Siegmeth-Hrdlicka will den Nachlass "im Sinne Alfreds" zusammenhalten, auch wenn es für sie eindeutig lukrativer wäre, die Werke Zug um Zug zu veräußern: "Aber es wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern, bis in Wien die Einsicht einkehrt, dass ein solches Museum eine schöne Sache wäre." Gespräche mit der Stadt Wien fruchteten nichts. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) ließ auf Anfrage des Standard bloß ausrichten, dass ein solches Projekt "noch nicht an ihn herangetragen worden" sei. Belvedere-Chefin Agnes Husslein bekundete zumindest Interesse am Nachlass, es seien aber bis dato keine Verhandlungen geführt worden.

    Um Druck zu machen, schlug Angelina Siegmeth-Hrdlicka nun Berlin als Standort für das Museum vor. Denn Hrdlicka lehrte von 1986 bis 1989 an der dortigen Hochschule der Künste. Mehr als ein Wunschtraum ist das Projekt aber derzeit nicht. (trenk)

Die Bildhauerateliers sollen saniert und nur mehr befristet vermietet werden: Kulturministerin Claudia Schmied will sie zu einem "lebendigen Ort" machen

Wien - Errichtet worden waren die hohen, großteils lichtdurchfluteten Bildhauerateliers des Bundes nach den Plänen von Carl Hasenauer - als Pavillons für die Weltausstellung 1873. Danach, 1875, widmete Kaiser Franz Joseph sie "der Kunst" , wie auch die Inschrift im Eingangsbereich des südlichen Gebäudes lautet.

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Anton Hanak, Tina Blau, Rudolf Hoflehner und viele andere arbeiteten hier. Heute aber haben die Staatsateliers im Wiener Prater, von einem malerisch verwilderten Park umgeben, etwas Morbides, Verwunschenes: Das südliche Gebäude ist desolat, es herrscht zumeist eine beklemmende Stille. Denn in den letzten Jahren waren mehrere Mieter - darunter Bruno Gironcoli, Alfred Hrdlicka und zuletzt Josef Pillhofer - gestorben; derzeit wird in acht von insgesamt 23 Ateliers nicht gearbeitet.

Und der Großteil der noch lebenden Künstler gehört, wie man so schön sagt, zur alten Garde: Die Pavillons sind die Wirkungsstätte unter anderem von Joannis Avramidis (Jahrgang 1922), Oswald Stimm (Jahrgang 1923), Roland Göschl (Jahrgang 1932), Hans Hollein (Jahrgang 1934), Oswald Oberhuber (Jahrgang 1931) und Karl Prantl (Jahrgang 1923). Einer wohnt hier sogar, obwohl er das nicht darf, ein anderer - kein Bildhauer im eigentlichen Sinn - missbraucht das Atelier als Lager.

SP-Kulturministerin Claudia Schmied will dieses pittoreske Altersheim nun wieder zu "einem lebendigen Ort" machen. Um Überalterung zu verhindern, geht man vom Konzept der Mietverträge auf Lebenszeit ab: Künftig werden die Ateliers befristet auf sieben Jahre vergeben, vorrangig an "aufstrebende österreichische Künstler" , wie es im Konzept heißt. Der gegenwärtig sehr bescheidene Frauenanteil soll erhöht, der Bildhauerbegriff erweitert werden.

Das Kunstministerium will bereits im Herbst drei Ateliers im nördlichen Gebäude, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach in zeitgemäßen Formen wiedererrichtet worden war, nach geringen Instandsetzungsarbeiten ausschreiben. Eines ist groß genug für Bildhauerei, die anderen beiden eignen sich eher für Malerei und Objektkunst.

Im original erhaltenen südlichen Gebäude hingegen sind größere Instandsetzungsarbeiten notwendig. Man hofft, die ersten Räume Ende 2011 vergeben zu können. Von der Idee, aus Alfred Hrdlickas Atelier - mit 435 Quadratmetern das größte - ein Museum zu machen, hält Schmied nichts: Es soll in kleinere Einheiten aufgeteilt und der Arbeitsraum für drei oder vier jüngere Künstler werden. (Thomas Trenkler, DER STANDARD/Printausgabe, 05.08.2010)

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10 Postings
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05.08.2010 13:17
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Warum muß in der event-süchtigen Zeit ...

... in der wir leben, eigentlich alles zu einem "lebendigen" Ort werden?

Warum muß alles ein Hype sein, wieso können wir nicht einfach der Kunst, besser noch dem Menschen, auch öde, fade Rückzugsregionen überlassen.

Zonen in denen nichts (mega-wahnsinn-fantastisch-geiles) passiert, Orte an denen sich (das) "Nichts" ereignet ... einfach nur öd, fad, ungenutzt, uneffektiv, unproduktiv ...

Ein eigenes Museum für Hrdlicka halte ich für gar keine so gute Idee, das neu renovierte 20er bzw. 21er Haus wär doch "der" ideale Platz für sein Werk ...

major grubert
06.08.2010 08:06
ein gruen von mir

ganz auf ihrer seite, aber der platz zwischen stadion und trabrennplatz wird halt als ruhiger rueckzugsort auch nicht so geeignet sein.

05.08.2010 13:10

Ich denke es ist nicht besonders viel verlangt dem Hrdlicka ein Museum und gleichzeitig jungen Künstlern Ateliers zur Verfügung zu stellen. Hier eine entweder-oder Frage zu stellen halte ich angesichts des Werks von Hrdlicka sehr kleinlich, und das dessen Einrichtung selbstverständlich nicht auf Kosten des Nachwuchs gehen darf ist eigentlich auch klar.

Keine Ahnung
06.08.2010 09:23
Ateliers

Egal was man von Hrdlickas Werk hält, dazu möchte ich mich nicht äußern - die Gebäude dort sollen jedenfalls Ateliers bleiben. Jeder der jetzt dort arbeitenden 80jährigen Künstler könnte sonst genauso Anspruch auf sein Ateliermuseum erheben + wir hätten eine nichtbesuchte Museumsinsel statt einer Produktionsstätte

05.08.2010 11:41
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Also

zu Lebzeiten hat Ihn niemand gewollt in dieser Stadt. Wird sich das nach seinem Dahinscheiden ändern? Möglich wäre es, ist es hierzulande doch geradezu normal, daß abgetretene Künstler sozusagen heilig gesprochen werden.
Allerdings sind Bildhauer ja eher sperrig, die brauchen sehr viel Platz und der Hrdlicka war noch dazu polititsch sehr unbequem und das wird er wohl auch nach seinem Tod bleiben. Vielleicht bewahrt Ihn das vor der üblichen Vereinahmung durch die Bourgoisie.
Eigentlich sollte man seine Sachen im Hof von Gemeindebauten und an anderen öffentlichen Plätzen ausstellen.

CB

major grubert
06.08.2010 08:13
kann man doch

an der vorgartenstrasse bei den gemeindebauten einige werke bewundern. leider ist vandalismus in dieser gegen ein problem. dazu wurde jetzt als abschlusspunkt ein haessliches drum in der reihe plaziert, ich glaube zu ehren? der fussball-em und ganz sicher nicht vom hrdlicka ;(

04.08.2010 17:51
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Alfred Hrdlickas Atelier

Nein, das Hrdlicka-Atelier soll zum Museum werden!

04.08.2010 19:09
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Richtig, Ateliers braucht eh keiner, hauptsache wir haben noch einen Verehrungsort für einen Verblichenen....

Freiherr von Ehrenfels
04.08.2010 20:56
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Ab in die Truhe

04.08.2010 17:50
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Nicht zu glauben

Eine vernünftige Idee von unserer Frau Minister.

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