



Wien/Peking/München/Rom - Mit der Sonderausstellung "In Between. Austria Contemporary" ist Österreich bei der vierten Internationalen Kunstbiennale Peking vertreten. Die Schau wird am Montag von Kulturministerin Schmied gemeinsam mit dem Vizepräsident der China Federation of Literary and Art Circles, Hu Zhenmin, eröffnet. Die Ausstellung soll ein modernes Bild von Österreich und seiner zeitgenössischen Kunst vermitteln.
Zu sehen sind 27 künstlerische Positionen von Skulptur, Malerei, Fotografie bis zu Grafik und Video. Die Werke der jungen österreichischen Künstler waren bereits in Israel, Kroatien, Montenegro, Zypern, Ungarn und der Türkei zu sehen. "Dieser österreichische Beitrag ist auch als verstärkter Ausdruck der guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und China im Rahmen des vielfältigen Kulturaustausches zu verstehen", so Schmied.
Österreich beschickt die Kunstbiennale Peking seit ihrem Beginn 2003. Heuer werden dort mehr als 500 Künstler aus 84 Staaten unter dem Titel "Natur und menschliche Existenz" bis 4. Oktober im National Art Museum of China präsentiert.
Arnulf Rainer-Ausstellung in München
Die Katholische Akademie in Bayern zeigt von 20. September bis 19. November Werke von Arnulf Rainer. Bei den rund 30 Arbeiten des österreichischen Künstlers handelt es sich in erster Linie um dessen Übermalungen. Sie werden laut Kathpress in der Kapelle und im Vortragssaal des Kardinal-Wendel-Hauses in München präsentiert.
Eine Besonderheit sind laut Akademie die aus dem Jahr 1978 stammenden "Totenmasken" berühmter Persönlichkeiten, darunter Anton Bruckner, Ludwig van Beethoven, Heinrich Heine und Friedrich Nietzsche. Sie wurden bisher in Deutschland noch nicht gezeigt. Dazu kommen Bilder mit Engel- und Christus-Motiven sowie eine Kreuzdarstellung.
Der 1929 in Baden bei Wien geborene Rainer zählt zu den bedeutendsten Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg. 1949 bestand er die Aufnahmeprüfung an der Akademie für angewandte Künste und an jener der Bildenden Künste in Wien. Nach Streitigkeiten mit dem Lehrpersonal kehrte Rainer jedoch bald beiden Einrichtungen den Rücken, weil seine Arbeiten als "entartet" bezeichnet worden waren.
Ab den 1950er Jahren begann Rainer damit, erstmals bekannte Bilder zu übermalen. Dieser Kunststil wurde sein Markenzeichen, wobei er immer wieder auch auf religiöse Motive zurückgreift. Seine Werke waren unter anderem in Berlin, Paris und New York ausgestellt. Zuletzt gab es in München 2010 anlässlich seines 80. Geburtstag eine Retrospektive in der Alten Pinakothek.
Skulpturen von Franz West in Rom
In der renommierten "Gagosian Gallery" in Rom ist svon 17. September bis 30. Oktober eine neue Werkserie von Franz West ausgestellt, sieben Installationen, knallig bunte, riesige Skulpturen unter dem Titel "Ecolalia". Die kleinen Kübel, auf denen die Skulpturen stehen, sind eine Herausforderung für das Gleichgewicht, das Setting wirkt spektakulär. Die rechteckigen und runden Installationen in Trichterform können von den Sofas bewundert werden, die West entworfen hat, um den Besucher zu empfangen, und ihm verschiedene Perspektiven der Ausstellung zu geben.
"Wests Skulpturen sind nie eigenständige, abgeschlossene Werke. Erst durch die Interaktion mit dem Betrachter wird die Skulptur komplettiert und erfüllt ihr Potenzial", betonten die Kuratoren der Ausstellung mit dem Titel "Roman Room". Parallel zur Ausstellung in der Gogosian Gallery wurde auf der Piazza di Pietra im Herzen Roms eine riesige Installation aus drei Skulpturen im Aluminium aufgestellt, die "Room in Rome" heißt. Dafür hat West eine ganz besondere Technik entwickelt, um mit Aluminiumblech zu arbeiten. "Dank dieser Technik braucht man nicht gießen. Die Kosten wären ansonsten für eine derart große Installation zu groß", sagte West bei der Eröffnung der Ausstellung in Rom.
"Es fasziniert mich immer festzustellen, wie anders meine Installationen wirken, wenn sie im Freien, statt in einem geschlossenen Raum stehen. Die Perspektive ändert sich vollkommen", meinte der Künstler, der enge Beziehungen zu Italien hat. Seit 40 Jahren besucht West regelmäßig die Ewige Stadt. Zuletzt waren seine Installationen in Neapels Museum MADRE gezeigt worden. Ab dem 25. September ist West im Kunsthaus Graz eine umfangreiche Personale gewidmet. (APA)
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