| Salzburger Nachrichten am 26. Februar 2003 - Bereich: KI
Alfred Hrdlicka wird 75
Der Name Hrdlicka soll zwar "Turteltaube" heißen, doch als zahm und
sanft erwies sich der Künstler weder in seinen Themen noch in seinen
Polemiken, mit denen sich der streitbare Realist und Kommunist in
politischen Debatten zu Wort meldete. Heiße Diskussionen begleiteten immer
wieder die Aufstellung seiner Skulpturen im öffentliche Raum, vom
"Renner-Denkmal" an der Wiener Ringstraße (1967) bis zum Denkmal gegen
Krieg und Faschismus am Wiener Albertinaplatz (1988/91). Alfred Hrdlicka wurde am 27. Februar 1928 in Wien geboren. Nach
Absolvierung einer Zahntechnikerlehre begann er an der Akademie der
bildenden Künste zunächst Malerei bei Albert Paris Gütersloh und Josef
Dobrowsky zu studieren, ehe er mit Diplom als akademischer Maler in die
Bildhauerklasse von Fritz Wotruba eintrat, um 1957 auch als Bildhauer
akademische Ehren zu erwerben. Nur wenige Jahre nach seiner ersten
Skulpturenschau 1960 in Wien war Hrdlicka 1964 Vertreter Österreichs bei
der Biennale in Venedig. Neben zahlreichen internationalen Ausstellungen und Auszeichnungen
sorgte Hrdlicka mit seinen Arbeiten immer wieder für Aufregung. 1963
erregten sich die Gemüter in Salzburg, nachdem sein "Orpheus" für das
Kleine Festspielhaus angekauft worden war. 1967 versammelte sich eine
"Liga gegen entartete Kunst" zum Protest gegen das in Wien enthüllte
"Renner-Denkmal" Hrdlickas. In Hamburg sorgte sein monumentales
"Gegendenkmal" zum Krieger-Ehrenmal für heiße Diskussionen, in Wien das
Albertina-Mahnmal. (Schluss) ck |