Donnerstag, 1.12.2005

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Gedankenblitze und -risse

Verein "allerART" zeigt eine Retrospektive von Gesine Probst Bösch.

Bludenz (AR) Waren es "Köpfe", die Gesine Probst Bösch in ihrer ersten Ausstellung 1989 in der Galerie "allerART" thematisierte, so liefern gedankliche Notizen den "Stoff" ihrer derzeitigen Bilderschau. "Aus dem immensen Nachlass an Zeichnungen wurden fast ausschließlich unveröffentlichte Werke gewählt", so Kurator Ingo Springenschmid, der das Jahr der Zeichnungen in der Galerie mit der Retrospektive beschließt.

Wie eine Geschichte lesen sich die aneinander gereihten Skizzen in Tusche. Partikel schnitt die Zeichnerin wie Gedankenrisse aus einem Ganzen heraus. Auf eine äußerst fragile Art und Weise und mit einer gewissen Assoziation zu Comics geben sie dem Betrachter Einblick in das hermetische Innenleben der Künstlerin. In ihrer Bildsprache ziehen sich präzise Striche über Aussparungen zu schwarzen Flächen, die in einem erschreckenden Kontext von Vertrautem und Mystischem zueinander stehen.

Parallele zur Lyrik

Die Malerei reduzierte Gesine Probst Bösch in ihren letzten Jahren auf eine Reihe Zeichnungen. Was sie in Schwarz-Weiß zu Papier brachte, spiegelt sich in ihren Dichtungen mit starken "Einbrüchen" wider. "Mutter schüttelt's Bäumelein, fällt herab ein Träumelein, s'Messer liegt daneben, komm, lass uns teilen diesen Traum". Zur heutigen Vernissage um 20 Uhr werden Wolfgang Maurer und Ingo Springenschmid Auszüge aus ihren Texten lesen.

Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertag, 15Ö18 Uhr, Donnerstag, 16Ö20 Uhr.

Zur Person

Gesine Probst Bösch Geboren: 29. 10. 1944

Verstorben: 18. 9. 1994

Künstlerischer Werdegang:

Schneiderlehre, Werkkunstschule Berlin, Akademie der bildenden Künste in Wien, Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Vorarlbergs, Kunsterzieherin in Bregenz, österreichischer Staatspreis für Literatur.

Die Zeichnungen von Gesine Probst Bösch sind noch bis 8. Jänner in der Galerie "allerART" zu sehen. (Foto: AR)



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