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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
06. Juni 2006
12:29 MESZ
"Kulturgeschichte der Sexualität - 100.000 Jahre Sex"
Vom 7. Juni bis 10. September 2006
Tiroler Landesmuseum 
Foto: Tiroler Landesmuseum

Foto: Tiroler Landesmuseum

100.000 Jahre Sex
Tiroler Landesmuseum zeigt "Kulturgeschichte der Sexualität" und bisweilen auch skurrile Exponate

Innsbruck - Eine ungewöhnliche Sommerausstellung bietet das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ab Mittwoch Einheimischen und Gästen an: "Kulturgeschichte der Sexualität" ist eine Wanderausstellung des Drents-Museums Assen, erweitert mit Objekten des Instituts für Klassische und Provinzialrömische Archäologie an der Universität Innsbruck, des Tiroler Volkskunstmuseums sowie Exponaten aus eigenen Beständen des Ferdinandeums.

Nach der Erstpräsentation im niederländischen Drents-Museum und weiteren Stationen in Holland und Deutschland (Hamburg und Dresden) wird die von Vincent van Vilsteren zusammengestellte archäologische Schau über Liebe, Lust und Fruchtbarkeit in Innsbruck zweigeteilt präsentiert: Im Hauptgebäude des Tiroler Landesmuseums ist das Thema Sexualität in der Vorgeschichte, römischen und griechischen Antike aufbereitet, während das Museum im Zeughaus sich der Thematik im Mittelalter und in der Neuzeit widmet.

Skurrile Exponate

Rund 250 originelle, bisweilen auch skurrile Exponate aus 60 Museen in neun Ländern beleuchten die Geschichte der Liebe, Lust und Verführung von der Altsteinzeit bis ins 19. Jahrhundert. Zu sehen sind steinzeitliche Venusstatuetten, eisenzeitliche Kultfiguren, griechische und römische Erotika, das älteste Kondom der Welt, Keuschheitsgürtel, aber auch einst Verbotenes aus den Geheimkabinetten des Britischen Museums in London.

Damit wird auch ersichtlich, dass die unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen zu höchst differenzierten Haltungen gegenüber der Sexualität führten. Von der natürlichen Arterhaltung über die Verehrung der weiblichen Fruchtbarkeit und öffentlich-kultischem Beischlaf über die sexuelle Freizügigkeit der Griechen, wie sie in der Malerei, auf Tongefäßen, in Bronzestatuetten und Amuletten zum Ausdruck kommt, über christliche Reglementierungen bis zu viktorianischer Prüderie reicht die Skala des Umgangs mit dem Sex über die Jahrtausende.

Ein reich bebilderter Begleitband sowie ein vielfältiges museumsdidaktisches Angebot unterstützen die bis 10. September laufende Ausstellung mit etlichen Rahmenveranstaltungen, wie Lesungen, Führungen und Vorträgen namhafter Wissenschaftler. (APA)


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