Auffällig aber wurde er als Organisator: In den Siebziger- jahren beim steirischen herbst, ab 1981 als Galerist in Wien. Von seinen Räumen in der Ballgasse, später auch in der Ungargasse, aus starteten Herbert Brandl, Franz West, Gerwald Rockenschaub und Heimo Zobernig ihre Karrieren. Dort sah Wien Personalen von Mike Kelley, Miroslav Balka oder Ilya Kabakov. In Kooperation mit dem Kölner Galeristen Max Hetzler gelang Pakesch, woran viele Wiener Neidgenossen scheiterten: ihre Künstler international gut zu platzieren.
1992 brach Amerikas Wirtschaft und mit ihr der internationale Kunstmarkt zusammen. 1993 musste Pakesch seine Räume dichtmachen. Das Österreich-Geschäft (gerade einmal zehn Prozent seines Umsatzes in den boomenden Jahren) konnte den Einbruch nicht wettmachen.
Was mit der Arbeit als Galerist nicht vereinbar war - Pakesch musste sich zwischen 1986 und 1988 als Nebenerwerbsleiter des Grazer Kunstvereins Vorwürfe gefallen lassen, er würde die Künstler seiner Galerie bevorzugen -, war jetzt möglich. Von 1994 an arbeitete er als Kurator für die Prager Nationalgalerie und managte nebenher weiter seine Künstler.
Eine Bewerbung um die Intendanz des steirischen herbstes blieb erfolglos. Die Bewerbung um die Leitung der Kunsthalle Basel hingegen klappte. Anfang 1996 wechselte Pakesch in die Schweiz. Zu seinem fünfjährigen Jubiläum als Direktor präsentierte er - was ihn immer schon beschäftigte - Künstler aus den Wiener Galerietagen: Baldessari, Kabakov, Kosuth und Pistoletto. Mit Nebengeschäften blieb er der österreichischen Genossenschaft verbunden: Er engagierte sich im Rahmen der letztlich gescheiterten Portfolio Kunst AG und zuletzt auch als Beirat im Wiener Museumsquartier.
Auf eine Bewerbung um die Nachfolge Lóránd Hegyis als Direktor des Wiener
Museums moderner Kunst verzichtete er. Er wollte "keine Zählnummer" sein. In
Graz standen die Chancen schon besser: Als Pakesch 2001 mit der Schau
Abbild im Joanneum eine Renaissance des Porträts ortete, war eigentlich
schon klar - hier präsentiert sich der neue künstlerische Leiter des Hauses.
Jetzt ist auch formal alles klar.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 3.
2002)
Quelle: © derStandard.at