| Die nicht sichtbare Landschaft | |
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Das Oeuvre in den 90er Jahren. |
Wie ein gewöhnlicher Tourist hatte Hamish
Fulton in den 70er Jahren seine Spaziergänge mit dem Fotoapparat
dokumentiert. Zu Beginn der 90er Jahre begann er in konzeptuelle Weise
Texte an die Wände zu kleben. Sie geben in reduzierter abstrakter Weise
Auskunft über Fulton "walks". Es sind Wörter, manchmal auch Sätze, die
miteinander in poetischem Zusammenhang stehen, wie "Seven-Rocks",
"Clouds-Stones" oder "No Talking for Seven Days".
Die aus Vinyl gefertigten Buchstaben sind bis zu 1,30 m hoch und nehmen
fast die gesamte Wandfläche ein. Darunter steht zumeist ein Satz, der das
Ziel und eventuell die näheren Umstände des Ganges erläutert. Mit dem
großen Schriftbild und dem Versuch, Erfahrungen in Zeichen festhalten zu
wollen, erinnern sie an die Datumsbilder des Konzeptkünstlers On
Kawara. Landschaftsfantasien Fultons Kunstwerke stellen die Erfahrung der Wanderung nicht
unmittelbar dar, doch mit ihrer raumgreifenden Monumentalität zielt er auf
eine Totalität der optischen Erfahrung. Diese Rezeption kann - obgleich
stark abstrahierend - der umfassenden Naturerfahrung während der "walks"
an sinnlicher Qualität ähnlich sein. Die aufgeklebten Worte laden den Betrachter zum freien Assoziieren ein.
Mit seinem Abstraktionsprozess reduziert der Künstler eine Vielfalt
atmosphärischer und visueller Eindrücke auf elementare Begriffe, die dem
Betrachter weite Imaginationsfelder öffnen. Die jeweilige Landschaft zu
fantasieren, hängt also sehr von der Vorstellungskraft und dem
Erinnerungsvermögen des Betrachters ab. Ausstellungen In Österreich war Fulton zuletzt im Palais Thurn und Taxis in Bregenz
zu sehen. Die Ausstellung in der Tate Modern ist die erste große
Ausstellung des britischen Künstlers seit elf Jahren in Großbritannien.
Nur im Vorjahr war er mit Wandbildern im kleinen, feinen Center for Visual
Arts in Sainsbury, Norwich, vertreten. Links: | ||||